Die Zeit nach den Taliban
UN dringen auf Dialog mit allen Gruppen Afghanistans

Die Vereinten Nationen hoffen, bald einen Dialog mit allen ethnischen und politischen Gruppen Afghanistans über die Bildung einer neuen Regierung und den Wiederaufbau des Landes führen zu können.

dpa NEW YORK. "Ich hoffe, die Afghanen kommen und treffen sich mit uns. Sie können das Verfahren nach Belieben ändern", sagte der UN - Sonderbeauftragte für die Region, Lakhdar Brahimi, in der Nacht zum Mittwoch in New York.

Brahimi hatte dem Weltsicherheitsrat in New York die Bildung einer Übergangsregierung auf zwei Jahre und weitere Details eines Fünf- Punkte-Planes für Afghanistans vorgelegt. Zu dem Plan gehört auch, eine multinationale Sicherheitstruppe für die erste Zeit nach dem Taliban-Regime in das von über zwei Jahrzehnten Krieg zerstörte Land zu schicken. Brahimi betonte nach der eintägigen Debatte im Rat, dass alle Vorschläge aus Afghanistan selbst stammten. "Diese Ideen haben die Afghanen zum Teil schon seit Jahren diskutiert", sagte Brahimi.

Seiner Einschätzung nach stimmten die Afghanen darin überein, dass ihr Land "eine Regierung auf breiter Basis (braucht), in der alle ethnischen Gruppen genau repräsentiert sind". Entscheidend sei, dass jetzt alle Vertreter Afghanistans so schnell wie möglich zusammenkämen, sagte Brahimi; die Nordallianz, die inzwischen einen großen Teil des Landes unter Kontrolle habe, jene Gruppen, die in die Verhandlungen von Rom, von Zypern und Peschawar eingebunden seien, und die Stammesführer.

Brahimi äußerte die Hoffnung, dass sein Vertreter Francesc Vendrell schon in den kommenden zwei Tagen nach Kabul reisen könne, "sofern es die Sicherheitslage erlaubt". Der Sonderbeauftragte gab sich "recht zuversichtlich, dass störende Einflüsse von außen bald ausbleiben" würden. Sowohl der Vertreter Pakistans als auch Irans hätten dem Sicherheitsrat in ihren Ausführungen am Dienstag versichert, dass auch sie eine Lösung für Afghanistan wünschten, die "eigenständig gewachsen und nicht von anderen beeinflusst" sei.

Die Bundesregierung begrüßte den Plan ausdrücklich und sagte ihre Unterstützung zu. Deutschland gehört neben den Anrainerstaaten sowie den USA, Russland und China zu einer "Freundesgruppe" von 21 Ländern, der Gruppe 21. Mit der G-21 wollte Brahimi bereits am Freitag zur Beratung über Stützungsmaßnahmen für das zerstörte Land in New York zusammenkommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%