Die Zertifizierung ist ein langwieriger Prozess
Eurocard und Rechenzentrum sehen Geldkarte als Ergänzung an

stk/ul DÜSSELDORF. Bisher hat sich der SET-Standard ("Secure Electronic Transaction") als das sicherste Verfahren für Kreditkartenzahlung im Internet herausgestellt. Banken und Kreditkartengesellschaften fördern diesen Standard gleichermaßen, wobei es das Ziel ist, einen weltweiten Standard für den Online-Einkauf zu etablieren. Daran beteiligt sind u.a. Visa, Eurocard, IBM und Microsoft.

Vor allem in den USA und auch immer mehr in Europa hat sich die Bezahlung per Kreditkarte etabliert. Das Webgeschäft wächst immer weiter und das bisherige Problem der Sicherheit wurde durch den SET-Standard weitestgehend gelöst. Die zunehmende Sicherheit hat nach Aussagen eines Eurocard-Sprechers zu einer zunehmenden Akzeptanz geführt. Dies verdeutlicht sich auch an den folgenden Zahlen:

Während im November 1999 bei Eurocard noch 5. 000 Zahlungen pro Monat über das Internet erfolgten, waren es in Juni 2000 bereits 100 000. Insgesamt beträgt der Online-Umsatz im Vergleich zum sonstigen Umsatz bei Eurocard jedoch noch weniger als 1 %. Wie der Sprecher Handelsblatt.com weiter sagte, wird bei Eurocard mit weiterem Wachstum im Web-Bereich gerechnet.

Die Geldkarte sei als Ergänzung zur Kreditkarte gedacht. Wie auch im Offline-Bereich ist sie seiner Meinung nach eher für kleine Zahlungen geeignet, die Kreditkarte lohne sich nach seiner Auffassung erst ab einem Betrag von mehr als 100 DM.

Ebenfalls als Ergänzung zu dem SET-Standard sieht Reinhold Pieper, Abteilungsleiter bei der Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung, GAD, die Geldkarte. Die GAD, die als Servicerechenzentrum und Dienstleister für 350 Volksbanken und Raiffeisenbanken tätig ist, schätze den SET-Standard als ein sicheres Verfahren ein, er sei jedoch noch nicht weit verbreitet. Um die Verbreitung zu beschleunigen, müssten seiner Meinung nach die Internet-Händler den SET-Standard stärker unterstützen. Viele Internethändler favorisierten allerdings noch immer den mit geringeren Kosten verbundenen SSL-Standard. Die Geldkarte sieht Pieper ebenfalls als Ergänzung zum SET-Standard und nicht als dessen Konkurrenz, da sie auf "kleine Geldbeträge" abziele. "Warum soll der Kunde oder der Händler nicht zwischen SET und Geldkarte wählen können?"

Zulassung der Geldkarte als Zahlungsmittel-System

Um eine Zulassung für ein Zahlungsmittel-System zu erhalten, legt ein potenzieller Anbieter dem Zentralen Kreditausschuss (ZKA) eine Expertise eines Gutachters vor. In diesem Gutachten wird die Unbedenklichkeit beispielweise einer Geldlesekarte wie der CashMouse von SCM Microsystems und Gelddrucker Giesecke & Devrient bestätigt. Daraufhin bescheinigt der ZKA dem Zahlungsmittel-System Unbedenklichkeit und Sicherheit, erst dann wird es zugelassen. Das Gutachten für die CashMouse wurde von der debis, Bonn, erstellt.

"Für den Erhalt einer solchen Zulassung, müssen zunächst einmal funktionale Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Der Kunde darf keinesfalls darüber getäuscht werden, mit welchem Anbieter er es zu tun hat. Wenn der Kunde bespielsweise bei Quelle kaufen möchte, muss gewährleistet sein, dass es sich bei der Trankaktion auch tatsächlich um Quelle handelt. Die Identität des Händlers und der Geldbetrag für die entsprechende Ware müssen für den Kunden vor dem eigentlichen Zahlungsvorgang ersichtlich sein. Erst dann bestägt dieser die Transaktion, so dass unberechtigte Abbuchen in jedem Fall verhindert werden", erläutert Brigitte Nebelung, zuständig für Chip-Karten und sichere Zahlungssysteme bei der debis Handelsblatt.com.

Eine Möglichkeit, den Zahlungsverkehr noch sicherer zu machen, stellt die digitale Signatur dar. Privaten oder öffentlichen Unternehmen ist es gestattet, Zertifizierungsdienste anzubieten: Sie stellen eine Art digitalen Personalausweis aus, mit dem Geschäftspartner im Internet ihre Identität nachweisen können. Für den mit der Unterschrift eingeleiteten Geschäftsvorgang haftet die Zertifizierungsstelle jedoch nicht.

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