Die Zugeständnisse von United Airways reichen den Wettbewerbsbehörden nicht aus
United/US Airways- Fusion vor dem Aus

Die weltgrößte Fusion zweier Fluggesellschaften steht kurz vor dem Abbruch. United Airlines rechnet nicht mehr mit einer Genehmigung der Wettbewerbshüter. Die Zukunft von US Airways ist ungewiss.

kk NEW YORK. Die geplante Übernahme von US Airways Group durch United Airlines steht vor dem Aus. Die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft United Airways hat nach Medienberichten US Airways, der derzeitigen Nummer 6 der Branche, mitgeteilt, dass sie die Übernahmeverhandlungen beenden will.

Grund für den Abbruch der Verhandlungen sind die geringen Chancen, die Übernahme bei den US-Wettbewerbshütern in Washington durchzusetzen. United soll geäußert haben, dass es keine Möglichkeiten mehr sieht, die Übernahme so genehmigen zu lassen, dass es noch Sinn für die Fluggesellschaft macht.

Das Scheitern der größten weltweiten Fusion von Fluggesellschaften wird wahrscheinlich den Druck, zu konsolidieren, von den anderen Fluggesellschaften nehmen. United mit Sitz in Chicago und US Airways mit Sitz in Arlington im Bundesstaat Virginia hätten 50 % des amerikanischen Luftverkehrsmarkt beherrscht.

Vor 13 Monaten hatte die damalige Nummer Eins der Welt, die United Airlines-Mutter UAL, angekündigt, dass sie den sechstgrößten Carrier der USA für 4,3 Mrd.$ oder 60 Cents pro Aktie übernehmen wollte. Damit hätte UAL die Spitzenposition auf dem Weltmarkt ausbauen können und vor allem Zugang zum wichtigen Ostküstenmarkt erhalten. Statt dessen ist US Airways mittlerweile auf Platz 2 der Rangliste gerutscht, da der Erzkonkurrent AMR, die Mutter von American Airlines, in der Zwischenzeit die bankrotte Fluggesellschaft TWA übernommen und den Rivalen überflügelt hat. Diese Fusion haben die Wettbewerbshüter innerhalb weniger Monate genehmigt.

Bei United und US Airways hatte das amerikanische Justizministerium Bedenken, dass die entstehende Fluggesellschaft vor allem im Luftraum rund um Washington und in anderen Flughäfen an der Ostküste zu stark wird. Um den Wettbewerbshütern entgegen zu kommen, hatte United im Januar sogar angeboten, einen Teil von US Airways an den Konkurrenten American Airways für 1,2 Mrd.$ zu verkaufen. Das entsprach etwa 20 % des gesamten Wertes von US Airways. United ist nach Informationen des Wall Street Journals überzeugt, dass es wahrscheinlich einen Teil des Geschäfts des Washingtoner Flughafen Dulles abgeben müsste, um die Wettbewerbshüter milde zu stimmen.

Die Behörden waren jedenfalls nicht zufrieden mit dem Angebot. Auch der Sinn der Fusion in Zeiten, in denen die Buchungen auf Grund der schlechten Konjunktur zurückgehen und die meisten Fluggesellschaften Verluste schreiben, wurde von Branchenkennern in Frage gestellt. "Die Fusion war schon vor 6 Monaten tot", sagt Sal Colak, Analyst der Investmentbank CIBC World Markets. Wie andere Analysten rechnet auch er seit einiger Zeit damit, dass United nur darauf abwartet, dass die sogenannte Break-Up-Frist am 1. August abläuft. Denn damit laufen die meisten Strafgebühren ab, die die Fluggesellschaft zahlen müsste, falls die Fusion nicht zustande kommt. Colak geht auch weiterhin davon aus, dass das Management von United sich nicht vor August offiziell von der Übernahme verabschieden wird. Wenn United am 1. August die Übernahme ablehnt, muss die Fluggesellschaft nach dem Vertrag, der im Mai 2000 ausgehandelt wurde, nur 50 Mill. $ an US Airways zahlen.

Unklar ist, was mit US Airways passiert, wenn die Fusion scheitert. Die Fluggesellschaft selbst hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, dass sie sich ohne großen Partner schlecht positioniert sieht. Denn US-Airways ist weder eine Billig-Airline, die durch Niedrigpreise in dem umkämpften Markt bestehen kann, noch verfügt sie über ein flächendeckendes Netz in den USA. Einige Vorstände anderer Fluggesellschaften haben bereits darüber spekuliert, sich die Fluggesellschaft untereinander aufzuteilen.

Analyst Sal Colak glaubt jedoch, dass US Airways auch gut alleine überleben kann, wenn es sich auf die profitablen Strecken konzentriert und die Verlustbringer einstellt. "Langfristig können sie auch alleine wieder profitabel sein", ist er überzeugt.

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