Die zwei Institute aus der Domstadt haben eine führende Rolle in der Sparkassenorganisation: Kölner Sparkassenduo setzt auf Kooperation

Die zwei Institute aus der Domstadt haben eine führende Rolle in der Sparkassenorganisation
Kölner Sparkassenduo setzt auf Kooperation

Die beiden Vorstandschefs der Stadtsparkasse und der Kreissparkasse Köln, Gustav Adolf Schröder und Hans-Peter Krämer, wollen die Schlagkraft der beiden Großsparkassen durch weitere Kooperationen erhöhen. Ziel: Die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und den wirtschaftlichen Strukturwandel in der Region aktiv gestalten.

KÖLN. Wegbrechende Wirtschaftsstrukturen mitgestalten: Das ist der moderne öffentliche Auftrag einer Sparkasse, sind die beiden Vorstandschefs der Stadtsparkasse Köln, Gustav Adolf Schröder und Kreissparkasse Köln, Hans-Peter Krämer überzeugt. "Schließlich kann es einer Sparkasse nur so gut gehen wie ihrer Region", argumentieren sie in einem Handelsblattgespräch. Dabei setzen sie auf geballte Schlagkraft. "Wir reden nicht nur über Kooperation, sondern wir tun etwas." Als Beispiel nennen die beiden Sparkassenchefs die gemeinsame Servicegesellschaft SSG, die seit fünf Jahren zentrale Aufgaben wie die Abwicklung der Zahlungsbelege übernimmt. Ursprünglich arbeiteten in dem Bereich 635 Mitarbeiter, 2004 sollen es in der Tochter nur noch 220 sein. Zudem erhalten neue Mitarbeiter eine Bezahlung, die 10 bis 15 % unter dem Bankentarifvertrag liegt. Im ersten Halbjahr stehen weitere Vorhaben auf der Kooperationsagenda: die Bündelung der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung und des Auslandszahlungsverkehrs.

Derzeit spüren beide Häuser kräftig Rückenwind, trotz der Insolvenzwelle, die tiefe Spuren hinterlassen hat. Unter allen Großsparkassen fuhren die beiden Kölner 2002 die höchsten Gewinne ein und verzeichneten die niedrigsten Kosten. So kam die Stadtsparkasse mit 56,8 % auf die beste Kosten-Ertragsquote aller Großsparkassen (Schnitt 65,4 %); die Kreissparkasse erreichte 62,7 %. Sprich: Für einen Euro Ertrag gaben sie knapp 63 Cent aus.

Diese Entwicklung ist für beide Sparkassenchefs auch ein Resultat jahrelanger Zusammenarbeit: "Ohne unsere Kooperation stünden wir schlechter da", betonen beide, die auch auf anderem Gebiet Neuland betreten haben. So gründeten sie gemeinsam mit den Stadtwerken die Telefongesellschaft Netcologne. Vorreiter sind die beiden Sparkassen auch beim Thema Rating. Als erste überhaupt in Deutschland ließ sich die Stadtsparkasse von Moody?s raten. Demnächst folgt als zweite die Kreissparkasse. Anziehend sind die Häuser auch für andere Sparkassen. 2002 fusionierte die Sparkasse Leichlingen mit der Kreissparkasse. Derzeit suchen die Siegburger einen Partner. Die Unternehmensberatung zeb empfahl ihnen den Zusammenschluss mit der Kreissparkasse Köln.

Richtig ins Laufen kam das Innovations-Tandem vom Rhein nach dem fast zeitgleichen Amtsantritt von Schröder im Jahr 1989 und Krämer 1990. Von Anfang an stimmte die Chemie zwischen den beiden aus Schleswig-Holstein gebürtigen Sparkassenmanager, die sich bei ihrem ersten gemeinsamen Interview duzen. Bis heute geben sich die Chefs der zweit- und viertgrößten Sparkasse aber nicht der Illusion hin, ihre geballte Kraft reichte für alle Aufgabenfelder aus. Deshalb kooperieren sie auf verschiedensten Ebenen, beispielsweise mit den Sparkassen Siegburg, Bonn und Leverkusen im so genannten "Fünferclub". Hier ständen derzeit neue Kooperationen bei den Themen Einkauf und der Informationstechnologie an. Kooperiert wird ebenso mit den rheinischen Sparkassen oder mit den in der so genannten "G 8" zusammengeschlossenen Großsparkassen. Doch hier kamen die Kooperationen in den vergangenen Monaten langsamer voran, als ursprünglich geplant, räumt Krämer ein. So scheiterte die Idee einer einheitlichen Kreditfabrik auf Grund unterschiedlicher IT-Strukturen. Hier wollen die beiden Kölner jetzt erst einmal alleine aktiv werden. "Wir sehen uns nicht als Solotänzer, wenn es aber stockt, fangen wir lieber schon einmal an".

Kräftig vorantreiben wollen sie auf diese Weise auch die Region. Neueste Idee: Auf Vorschlag der Sparkassen erstellt Prognos ein Gutachten für die gemeinsame Vermarktung der Kölner Wirtschaftsregion. "Wir müssen die lokale Nabelschau beenden", fordert Schröder. Ziel müsse eine stärkere Zusammenarbeit bei der Ansiedlungs- und Strukturpolitik sein. Andere Regionen wie München, Frankfurt oder Hamburg seien hier weiter. Die beiden Bänker sehen die Sparkassen dabei in einer Katalysatorfunktion. Und was passiert, wenn die Region wirtschaftlich zusammengewachsen ist? Dann mache eine Fusion der Sparkassen zu einer Regionalbank von europäischem Kaliber Sinn. Doch dies klingt bei ihnen wie Zukunftsmusik. "Wir sind schließlich so erfolgreich, da es zwei von uns gibt."

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