Diebstähle aufgedeckt: Arbeitgeber darf bei Verdacht per Video überwachen

Diebstähle aufgedeckt
Arbeitgeber darf bei Verdacht per Video überwachen

Die Überwachung mit der Videokamera stelle zwar einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte dar, dieser sei aber bei ausreichendem Verdacht hinzunehmen.

HB/dpa ERFURT. Unternehmen dürfen bei einem konkreten Diebstahlverdacht ihre Angestellten heimlich mit der Videokamera filmen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) am Donnerstag in Erfurt. Im vorliegenden Fall hatten die Videoaufnahmen zur Kündigung einer Verkäuferin aus Schleswig-Holstein geführt. Mit dem BAG-Urteil ist sie wirksam. (Az.: 2 AZR 51/02)

Mit seiner Entscheidung bestätigte der zuständige Zweite Senat des BAG ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein. Dort war die Frau bereits mit ihrer Klage gegen die Kündigung gescheitert. Sie bestritt, in einem Getränkmarkt Geld gestohlen zu haben. Nach ihrer Auffassung hätten die heimlich aufgenommenen Videobilder nicht als Beweismittel genutzt werden dürfen. Dem widersprachen die Erfurter Richter. Der Eingriff habe gedient, um die vermuteten strafbaren Handlungen nachzuweisen.

Der Arbeitgeber der Klägerin installierte im September 2000 zwei verdeckte Videokameras im Kassen- und Leergutbereich, nachdem er Differenzen bei der Inventur festgestellt hatte. Mit Hilfe der Bilder und mit Zustimmung des Betriebsrats wurde die Frau später fristlos entlassen.

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