Dienstag Hauptversammlung
VoiceStream-Aktionäre beraten Angebot der Telekom

Im Grunde ist alles beschlossene Sache. Nicht ob sie der Übernahme durch die Deutsche Telekom AG zustimmen, sondern wie hoch die Zustimmung ausfällt - um diese Frage geht es auf der außerordentlichen Hauptversammlung (HV) der Aktionäre von VoiceStream Wireless Corp am Dienstag in Bellevue. Mehrheitsgesellschafter haben bereits im Vorfeld ihr Jawort zu der transatlantischen Mobilfunkehe gegeben.

vwd DÜSSELDORF. Wie die Kleinaktionäre zu dem Milliarden-Angebot der Telekom stehen, ist gleichwohl nicht unwichtig - den Ausgang der HV wird die US-Telekomaufsicht FCC, von deren Votum der Deal abhängt, bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.

Die Telekom hatte vorigen Sommer ihr spektakuläres Kaufangebot für die VoiceStream Wireless Corp auf den Tisch gelegt, mit der zusammen sie den weltgrößten Anbieter von Mobilfunk nach der am meisten verbreiteten Technik GSM bilden will. Rund 30 Mrd USD ist die Transaktion jetzt wert, bei der die Telekom als Hauptangebot 3,2 eigene Aktien plus 30 USD in bar für jedes Stammpapier von VoiceStream offeriert. Der zuletzt leicht nachgebesserte Vorschlag liegt seit einem Monat zur Prüfung durch die Aktionäre auf dem Tisch, nachdem er von der US-Börsenaufsicht SEC gebilligt worden war.

49 Prozent der Aktien der sechstgrößten US-Mobilfunkfirma befinden sich in Streubesitz, den Rest teilen sich Sonera, Hutchison, Unternehmensgründer und-chef John Stanton und eine Reihe anderer. Auch die Telekom selbst besitzt bereits rund elf Prozent. Für die Annahme des Angebots ist auf der HV die einfache Mehrheit nötig - das "Yes" ist also sicher. In einer parallelen HV befinden die Aktionäre der Powertel Inc, Valley, ebenfalls über den Zusammenschluss mit der Deutschen Telekom, die 2,6 eigene Papiere pro Stammaktie des Mobilfunkunternehmens bietet. Powertel ist ursprünglich ein Akquisitionsobjekt von VoiceStream.

Nach Informationen der Zeitung "USA Today" hat bereits die FCC ihre Billigung zu der deutsch-amerikanischen Unternehmensehe signalisiert. Gleichwohl könnte es Störfeuer geben: Angeblich schickte der Senator Ernest Hollings einen Brief an die Behörde, in dem er seine massiven Bedenken gegen das Geschäft bekräftigte. Nach Ansicht des US-Politikers darf die Übernahme nicht genehmigt werden, weil die Telekom unter ein Gesetz falle, das ausländischen Unternehmen in Staatsbesitz Investitionen in den Vereinigten Staaten verbietet. Dazu sagte aber Telekom-Rechtsberater William Lake dem "Handelsblatt", das Schreiben enthalte nichts Neues und werde daher ohne Einfluss bleiben.

Vor wenigen Tagen hatte der stellvertretende VoiceStream-Vorsitzende Donald Guthrie die Aussichten für die Übernahme als sehr gut bezeichnet. Er rechnet mit einem Abschluss des Geschäfts im Juni. Das ist der frühestmögliche Zeitpunkt, denn bis Ende Mai und damit bis nach der Hauptversammlung der Telekom muss der Deal noch offen bleiben. Die letzten zwei Wochen vor dem Closing sind entscheidend - dann kommt es besonders auf die Verfassung der T-Aktie an. Liegt deren Kurs nämlich in diesem Zeitraum an sieben zufällig ausgesuchten Tagen im Schnitt unter 33 EUR, kann VoiceStream von dem Geschäft zurücktreten oder Nachverhandlungen verlangen.

Die Telekom muss sich anstrengen - auf die jüngste Nachricht über die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen ihre Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer wegen der strittigen Immobilien-Bewertung ging der Kurs, der sich gerade etwas berappelt hatte, erneut in den Keller: Mit zuletzt knapp 26 EUR notierte er deutlich unter der kritischen Marke.

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