Dienstleister müssen sich auf komplexere Anforderungen einstellen
Outsourcing wird zum Megatrend

Outsourcing von Dienstleistungen zählt zu den Megatrends in der Logistik. Die Wirtschaftssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer hat zwei Hauptursachen für diese Entwicklung ausgemacht: Zum einen besinnen sich Unternehmen zunehmend auf ihre Kernkompetenzen und wollen sich von Randbereichen trennen. Zudem senkt Outsourcing die Kosten und erhöht die Effizienz der Logistik.

HB DÜSSELDORF. Die Logistik-Branche setzt dabei auf Flexibilität: "Moderne Dienstleister bieten ihren Kunden Lösungen für die gesamte Breite des Supply-Chain-Managements", erläutert Hartmut Ostrowski, Mitglied des Vorstands der Bundesvereinigung Logistik (BVL) und Vorstandsvorsitzender der Arvato AG. "Der Kunde kann diese je nach Bedarf komplett nutzen oder lediglich einzelne Bausteine nachfragen." In Zeiten der Globalisierung wachsen Transport- und Logistikbedarf, die Aufgaben werden zunehmend komplexer.

Gerade beim internationalen Geschäft setzen die Dienstleister auf High-Tech. Ein Beispiel sind die so genannten "intelligenten Etiketten". Das sind an der Ware angebrachte und auf der RFID-Technik basierende Funk-Chips. Wer hier auf dem neuesten Stand sein will, muss Spezialist sein. Das allerdings können sich die wenigsten Unternehmen leisten - sie setzen deshalb auf die Auslagerung an Experten.

Auf das Outsourcing von Logistik setzt vor allem die High-Tech-Branche - etwa IT- und Telekommunikationsunternehmen. Sie vertreiben häufig vergleichsweise kleine Produkte in sehr hohen Stückzahlen. Auch die Automobilproduzenten, die ihren Kunden zunehmend individuelle Leistungen oder Produkte "on demand" bieten, nutzen verstärkt das Outsourcing von Dienstleistungen. Hier hat sich gezeigt, dass diejenigen Logistik-Unternehmen erfolgreich sind, die ihren Kunden situations- und bedarfsgerechte, also hoch individualisierte und servicebetonte Leistungen anbieten.

Experten rechnen deshalb mit einem weiteren Wachstum des globalen Outsourcing-Geschäfts. "Insbesondere auf Grund der zunehmenden Globalisierung, des wieder erstarkten Wachstums der so genannten New Economy und des E-Commerce wird der Bedarf an professionellen, flexiblen und kostengünstigen Logistikleistungen weiter wachsen", sagt Norbert Nolte, Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer. "Dabei werden viele Unternehmen auf das vollständige oder zumindest das teilweise Outsourcing des Logistikbereichs nicht verzichten können."

Laut Nolte belegen Studien, dass noch viele Unternehmen ihre Logistik in Eigenregie durchführen, obwohl die Vergabe an einen Dienstleister wirtschaftliche Vorteile bringen würde. "Hier schlummert noch großes Potenzial." Ohne die Inanspruchnahme von Logistikleistungen Dritter werde kaum noch ein Unternehmen dem zunehmenden Wettbewerb standhalten können.

Allerdings gibt es auch Gefahren für die Auslagerungs-Spezialisten: "Gerade die schwindenden wirtschaftlichen Vorteile sind es, die den Outsourcing-Trend bald beenden könnten", sagt Marco Bensch, Manager des Zentrums für Logistik und Unternehmensplanung (ZLU). Die Vorteile niedriger Lohnkosten, die Logistik-Dienstleister bieten, würden eventuell durch neue Tarifverträge der Industrie aufgehoben: "Sollten sich Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände auf einen Schattentarif in nicht produktionsnahen Bereichen einigen, kann dies nachhaltig die Lohnkosten der Unternehmen im Bereich der Logistik senken", sagt Bensch. Solche Modelle sind seit einiger Zeit in der Diskussion, allen voran in der Automobil- und Zuliefererindustrie.

Der wesentliche Kostenvorteil der Logistik-Dienstleister wäre dann nicht mehr gegeben. "Die Branche wird noch deutlicher als in der Vergangenheit als Wettbewerber zur internen Logistik auftreten müssen", prognostiziert Bensch. "Spezialisierungen und die Einstellung auf komplexere Aufgaben bieten Potenzial, um auch in der Logistik weitere Wachstumsziele zu erreichen." Der Erfolg hängt von der richtigen Strategie ab. Derzeit etwa steige der Bedarf an Know-how von Beratungsunternehmen, die in der LogistikBranche tätig sind.

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