Dienstleistungen teurer
Preisentwicklung in Deutschland bleibt günstig

Volkswirte haben den erwartungsgemäß ausgefallenen moderaten Anstieg der Verbraucherpreise im Juli als Zeichen für eine weiter günstige Entwicklung der deutschen Teuerung gewertet.

vwd FRANKFURT. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Juli binnen Monatsfrist um 0,2 Prozent und auf Jahressicht um 1,0 Prozent. Dies entsprach der Konsensprognose. Saisonbereinigt ging der Preisindex nach Angaben von Volkswirten sogar um 0,1 Prozent zum Vormonat zurück.

Im Vorfeld hatten die Statistischen Landesämter die vorläufigen Preisdaten von Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg für den Berichtsmonat bekannt gegeben. Demnach verbuchte Hessen mit einem Anstieg des Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte von 0,4 Prozent binnen Monatsfrist und 1,2 Prozent auf Jahressicht den stärksten Preisauftrieb. In Sachsen wiederum wurde ein gegenüber dem Vormonat unveränderter und gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent gestiegener Preisindex registriert.

Stephan Rieke von der BHF Bank betonte, Sachsen und Brandenburg wiesen überaus günstige Preisentwicklungen auf. Insgesamt sei im Juli wie erwartet Preisdruck durch die in den Ferienmonaten kostspieligeren Pauschalreisen und Beherbergungen entstanden. Die Lebensmittelpreise hätten sich dagegen moderat entwickelt, was eigentlich nicht saisonüblich sei. Die leichte Verteuerung bei den Dienstleistungen schlug Riekes Ansicht nach kaum zu Buche. Angesichts der Datenlage bekräftigte der Volkswirt seine Prognose, dass die günstige Preisentwicklung auch in den Folgemonaten anhalten wird.

Bernd Weidensteiner von der DZ Bank führt den Preisanstieg im Juli ebenfalls auf Verzerrungen durch die Ferienzeit zurück, in der sich erwartungsgemäß Pauschal- und Urlaubsreisen verteuert hätten. Die Ausschläge der Preisindizes in den einzelnen Bundesländern seien also auf Grund der nicht saisonbereinigten Berechnung entstanden und damit nicht als Alarmzeichen zu deuten.

Vielmehr bleibe der unterliegende Preistrend "entspannt", erläuterte der DZ-Bank-Ökonom weiter. Für die nächsten Monate rechnet Weidensteiner wie sein BHF-Bank-Kollege mit einer weiter günstigen Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise. Allerdings könnten die Ölpreise und der Euro-Kurs auch für "Störfeuer" sorgen. Ohne diese Einflussfaktoren rechnet Weidensteiner damit, dass die Teuerung bis Jahresende unter zwei Prozent bleiben wird.

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