Dienstleistungssektor erholt sich
US-Daten lassen für Konjunktur hoffen

Die Märkte wurden überrascht von guten Konjunkturdaten. Doch Händler warnen bereits vor übertriebenem Optimismus.

rtr NEW YORK. Überraschend stark ausgefallene US-Konjunkturdaten haben am Donnerstag wieder Hoffnungen aufkommen lassen, dass die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft noch nicht zum Stillstand gekommen ist. An den Märkten warnten Händler jedoch vor übertriebenem Optimismus.

Die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor wuchs im September mit einem höheren Tempo als von Volkswirten erwartet, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Darüber hinaus erhielt die US-Industrie im August dank starker Nachfrage im Transportgewerbe mehr Aufträge als von Analysten vorausgesagt. Die US-Aktienbörsen reagierten zeitweise mit kräftigen Kursgewinnen, fielen dann aber wieder zurück. Der Dollar erholte sich etwas von seinem Monats-Tief.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) stieg auf 53,9 Punkte von 50,9 Punkten im August. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 51,4 Punkten gerechnet. Ein Wert über 50 Punkten signalisiert eine wachsende Geschäftstätigkeit.

Positive Signale für die künftige Entwicklung des Sektors gingen insbesondere vom Index der Auftragseingänge aus, der nach ISM-Berechnungen auf 52,3 von 51,6 Punkten gestiegen ist. "Es herrscht vorsichtiger Optimismus vor. Einige Unternehmen bezeichnen ihre Geschäfte als gut, andere als nicht so gut. Es ist weiterhin sehr unterschiedlich", erläuterte ISM-Konjunkturexperte Ralph Kauffman den Bericht. Anthony Karydakis, Volkswirt bei Banc One Capital Markets, sagte: "Zumindest zeigt der Bericht, dass die in den vergangenen Wochen sichtbar gewordene Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität nicht sehr dramatisch ist". In den vergangenen Tagen hatten überraschend schwache Daten an den Märkten die Zweifel verstärkt, die Erholung der US-Wirtschaft gerate ins Stocken.

Auch die Auftragszahlen der US-Industrie fielen besser als erwartet aus. Nach Angaben des Handelsministeriums blieb im August das Volumen der eingegangenen Bestellungen zum Vormonat zwar unverändert bei 326,63 Mrd. Dollar. Doch Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,5 % gerechnet. Ohne Rüstungsgüter ergab sich im August ein Plus von 0,6 %. Allein der Auftragseingang von Transport-Gütern kletterte um 0,6 %.

Einige Experten verwiesen indes darauf, dass die Daten den Märkten die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung nicht genommen hätten. Dazu brauche es weiterer unerwartet positiver Indikatoren, sagten Händler. Dies zeigte sich auch an der Reaktion der Wall Street. Der Dow-Jones-Index reagierte zunächst mit Kursgewinnen, drehte aber im Handelsverlauf wieder ins Minus.

Sorge bereitet vielen Anlegern nach Analysten-Einschätzung zudem weiter die Entwicklung am Arbeitsmarkt. So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der jüngsten Berichtswoche des US-Arbeitsministeriums auf 417 000 von 412 000 in der Vorwoche gestiegen. Volkswirte hatten lediglich mit 409 000 Anträgen gerechnet. Auch der ISM-Beschäftigungsindex fiel im September auf 46,6 von 47,3 Punkten und zeigte damit den 19. Monat in Folge einen Abbau von Arbeitsplätzen im Service-Sektor an. "Selbst wenn die Wirtschaft wieder moderat wachsen sollte, die Beschäftigung stagniert", sagte Stephen Stanley von Greenwich Capital Markets.

Mit Spannung erwarten die Märkte nun den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht für September. Analysten erwarten lediglich 5000 neue Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft und einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,9 von 5,7 % im August.

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