Dieter Rampl soll zum Vorstandssprecher gewählt werden
Hypo-Vereinsbank in roten Zahlen

Die HVB-Quartalszahlen, die am morgigen Mittwoch präsentiert werden sollen, dürften tiefrot sein.

cbu MÜNCHEN. "Richtig Geld verdienen werden wir erst wieder 2003", stellte Albrecht Schmidt, Vorstandssprecher der Hypo-Vereinsbank (HVB), resigniert bei der Vorstellung der letzten Quartalszahlen fest. Aber es kommt wahrscheinlich schlimmer: Die HVB-Quartalszahlen, die am morgigen Mittwoch präsentiert werden sollen, dürften tiefrot sein. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Vorsteuerverlust von 260 Mill. Euro, wobei die Schätzungen aber stark streuen. "Rechnen Sie mit schlechten Zahlen", heißt es auch aus der Bank.

Im 2. Quartal hatte die Bank dank eines Veräußerungserlöses durch den Verkauf von Allianz-Aktien noch ein Plus ausgewiesen. Die Konjunkturflaute und die Krise an den Börsen dürften sich bei der HVB wie schon im 2. Quartal auch jetzt deutlich bemerkbar machen. Dazu kommt nach Einschätzung von Analysten eine deutliche Erhöhung der Risikovorsorge. Bisher rechnete die HVB für das Gesamtjahr mit 2,5 Mrd. Euro. Der Konzern verfügt mit rund 450 Mrd. Euro über das größte Kreditportfolio in Europa.

Gleichzeitig soll morgen im Anschluss an eine Aufsichtsratsitzung auch der Nachfolger von Schmidt an der Konzernspitze präsentiert werden. Als so gut wie sicher gilt, dass der 55-jährige Dieter Rampl die Bank ab Mai 2003 führen wird, wenn Schmidt altersbedingt ausscheidet. Analysten sind gespannt, ob Rampl den Sparkurs angesichts der desolaten Marktlage verschärfen wird. "Wir überprüfen permanent unsere Prozesse. Da können auch weitere Stellen betroffen sein", kündigte Schmidt bereits in der vergangenen Woche im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Rampl als langjähriger Weggefährte Schmidts ist seit über 23 Jahren für die Bank tätig und verfügt innerhalb des Instituts über großen Rückhalt, heißt es in München. Ihm wird die Sanierung am ehesten zugetraut. Gleichzeitig ist Rampl aber auch für das Firmenkundengeschäft zuständig und damit verantwortlich für die hohen Wertberichtigungen. Die HVB war zuletzt bei fast allen spektakulären Pleiten von Kirch über Holzmann bis zu Fairchild Dornier dabei.

Immer wieder aufkommende Gerüchte, die HVB würde kurzfristig die schwer angeschlagene Commerzbank übernehmen, werden in Bankkreisen energisch dementiert. Alle Banken müssten zunächst rasch und effizient ihre Hausaufgaben machen, sagte Schmidt dazu in der vergangenen Woche. Die HVB-Aktie legte gestern um knapp 1 % auf gut 17 Euro zu. Die Deutsche Bank hatte in der vergangenen Woche von Kaufen auf Halten zurück gestuft. Die HVB präsentiert als erste Großbank Quartalszahlen.

Quelle: Handelsblatt

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