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Dieter Rampl und "Der gute Stalin"

Der Chef der Hypo-Vereinsbank liest Jerofejew.

"Ich lese gerade ,Der gute Stalin? von Viktor Jerofejew, eine als Roman maskierte Autobiographie. Darüber kann auch die im Prolog zitierte Tarnung ,Alle Personen in diesem Roman sind frei erfunden? nicht hinwegtäuschen. Im Gegenteil: Der 1947 geborene Jerofejew beweist Mut und verschweigt mit Blick auf das politische System der Sowjetunion nichts. Sein Werk beginnt mit einem Paukenschlag - der Selbstanklage des politischen ,Vatermordes?. Der Vater, Diplomat und ehemals Französisch-Dolmetscher Stalins, wird vom Dienst suspendiert, als der Sohn 1979 als Herausgeber eines UntergrundAlmanachs antisowjetische Thesen verbreitet. Wie sich das Verhältnis zwischen dem jungen Jerofejew - in Moskau, Paris und Wien aufgewachsen - und seinem Vater entwickelt, macht den besonderen Spannungsbogen dieses Buches aus. Fasziniert haben mich die Schilderungen Jerofejews über seine Begegnungen mit politischen Größen wie Stalin oder Molotow, aber auch mit Picasso, Ilja Ehrenburg und Simone Signoret. Jerofejew erweist sich in diesem Buch wieder einmal als wunderbarer Erzähler."

VIKTOR JEROFEJEW: Der gute Stalin Berlin Verlag 2004, 363 Seiten, 19,90 Euro

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