Differenzen im Irak-Konflikt
Industrie: US-Handel langfristig nicht belastet

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA seien stärker als der politische Zwist, erklärte BDI-Präsident Michael Rogowski.

rtr BERLIN. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, erwartet keine langfristige Belastung der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen durch die politischen Differenzen im Irak-Konflikt.

"Der außenpolitische Konflikt wirkt sich möglicherweise bereits auf die wirtschaftlichen Beziehungen aus", sagte Rogowski am Donnerstag bei einer vom BDI und deutschen Unternehmen organisierten zweitägigen Konferenz zu den transatlantischen Handelsbeziehungen mit US-Vertretern. "Dies wird aber nicht anhalten", fügte der BDI-Chef hinzu. Das Mitglied im Ausschuss für internationale Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses, Tom Lantos, sagte Reuters, er sehe derzeit keine Belastung der Handelsbeziehungen. Er werde zudem sein Möglichstes tun, dass es nicht dazu kommen werde. Der deutsch-amerikanische Automobilkonzern DaimlerChrysler sieht sich nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp von den Meinungsverschiedenheiten in der Irak-Frage nicht belastet.

Rogowski sagte, die politischen Spannungen zwischen den USA und Deutschland dürften sich nicht längerfristig negativ auf die Wirtschaftsbeziehungen auswirken. Es gebe zwar vereinzelt Stimmen deutscher Unternehmer, die bereits Benachteiligungen in den USA beklagten. Dies dürfe man aber nicht überbewerten. Die wirtschaftlichen Kontakte seien stärker als der politische Zwist, betonte der BDI-Chef.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), der im weiteren Verlauf ebenfalls an den Gesprächen teilnehmen wollte, hatte bereits in der vergangenen Woche gesagt, er sehe keine Anzeichen dafür, dass die Differenzen zwischen beiden Ländern in der Irak-Politik zur Belastung für die Handelsbeziehungen würden. Es handele sich um rein politische Meinungsverschiedenheiten.

DaimlerChrysler-Chef Schrempp sagte auf der Bilanzpressekonferenz in Sindelfingen, es gebe keinerlei Anzeichen, dass sich die Spannungen auf das Geschäft des Autokonzerns dies- und jenseits des Atlantik auswirkten.

Verschiedene Wirtschaftsverbände hatten indes die Sorge geäußert, die politischen Spannungen wegen eines möglichen Irak-Kriegs könnten die Handelsbeziehungen mit den USA belasten. In einem internen Papier eines großen deutschen Wirtschaftsverbandes hatte es geheißen, Unternehmen hätten bereits über Ausfälle und schwierige Gespräche mit US-Partnern berichtet. Außenhandelspräsident Anton Börner hatte gesagt, er befürchte drastische Exportrückgänge, die das Wirtschaftswachstum in Deutschland drücken könnten.

Für Deutschland sind die USA der zweitwichtigste Handelspartner. Deutschland steht wiederum für die USA an fünfter Stelle. Rund zehn Prozent des deutschen Außenhandels werden derzeit mit den USA abgewickelt.

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