Digitale Lösungen auf dem Vormarsch
Agfa: Filmherstellung gehört nicht mehr zum Kerngeschäft

Das Geschäft sei eher rückläufig und die Rendite nicht so hoch wie in den anderen Sparten, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Klaus Seeger in Leverkusen.

vwd LEVERKUSEN. Für die Agfa NV, -Gevaert Mortsel, gehört der Geschäftsbereich Bildtechnik für Verbraucher (Consumer Imaging) nicht mehr zum Kerngeschäft. Vor allem für die Produktion von Fotofilmen - die ursprüngliche Keimzelle des Unternehmens - sucht die ehemalige Bayer-Tochter nach einer Lösung. Das Geschäft sei eher rückläufig und die Rendite nicht so hoch wie in den anderen Sparten, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Klaus Seeger am Montagabend in Leverkusen. Sein seit Juni 1999 börsennotierter Konzern setzt mehr und mehr auf Digitaltechnik in der Medizin oder für das grafische Gewerbe.

Der Geschäftsbereich Consumer Imaging (CI) erwirtschaftet knapp 30 Prozent des Gesamtumsatzes von Agfa, der im laufenden Jahr auf über fünf (Vj: 4,7) Mrd Euro steigen soll. Die Sparte ist unterteilt in die Film-, Fotopapier- und Laborgeräteaktivitäten. Mit Filmen setzt Agfa nach Angaben von Seeger im Jahr rund 400 Mill. Euro um. Zur Hälfte werden die Produkte unter dem Markennamen des Konzerns vertrieben, zur anderen Hälfte unter sogenannten Private Labels. Insgesamt beziffert Seeger den Weltmarktanteil auf 15 %, in Deutschland sei Agfa bei Markenprodukten und Private Labels zusammen genommen die Nummer eins.

Für die Zukunft der Filmherstellung stellt sich Seeger eine "weiche Landung" vor. Die abrupte Einstellung der Produktion mit Werksschließung lehnte er ab. Ein Verkauf an die Branchenführer Fuji oder Kodak sei aus kartellrechtlichen Gründen nicht möglich. Zudem sei fraglich, ob eine solche Transaktion interessante Synergien bringe, da das Wertvolle der Markenname sei, der weiter beworben werden müsse. Seeger bezeichnete ein Joint Venture als mögliche Lösung. Als Partner käme Konika in Frage. Ob bereits Gespräche mit den Japanern geführt werden, wollte Seeger nicht sagen.



Digitale Lösungen auf dem Vormarsch

Er betonte aber, bei einem Zusammengehen mit einem Partner müsse einer die unternehmerische Führung übernehmen. Da CI kein Kerngeschäft von Agfa mehr darstelle, sei der Konzern auch bereit, diese abzugeben. Der Hauptfokus von Agfa liegt auf den neuen digitalen Lösungen, zu denen Computer-to-plate-Verfahren - also die direkte Beschreibung der Druckplatte vom Computer aus -, digitale Röntgenbilder oder digitale Fotolaborgeräte gehören.

Der Umsatz in diesen Aktivitäten soll im laufenden Jahr mehr als eine  Mrd. EUR betragen, die Wachstumsrate liegt nach Angaben von Seeger derzeit bei 63 Prozent. Bis 2003 will Agfa mit Digitallösungen 1,6 Mrd Euro umsetzen und den Anteil am Gesamtgeschäft auf bis zu 30 (derzeit: 20) Prozent steigern.

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