Digitale Nomaden und das Festnetz
Die Telefonanlage wird über das Internet mobil

Das Festnetz und die traditionelle Telefonanlage sind schon seit geraumer Zeit totgeredet worden - dieZahl der mobilen Telefonanschlüsse hat jene der Festnetzanschlüsse mittlerweile übertroffen. Doch durch die bisher geringen Bandbreiten ist der Festnetzanschluss für die Nutzung von Telefonanlage und Internet fast unumgänglich.

BREMEN. Jedes Unternehmen mit einer Hand voll Außendienstmitarbeitern bekommt Probleme, wenn es um die Einbindung der mobilen Mitarbeiter - zum Beispiel durch Teleworking - in die Kommunikationsstruktur des Unternehmens geht. Ein Mobiltelefon ist schon ein enormer Fortschritt, damit die Mitarbeiter überall zu erreichen sind. Die Probleme die damit auftauchen, sind aber vielfältig: Zwei Nummern um den Kollegen zu erreichen, zwei Mailboxen die abgehört werden müssen, eine Weiterleitungsfunktion der vorhandenen traditionellen Telefonanlage, mit der kein Preis zu gewinnen ist, und der Zugriff auf im Unternehmen existierende Datenbanken ist mit dem Mobiltelefon nur schwer realisierbar.

Mittlerweile gibt es aber Technologien, die es ermöglichen, die aus purer Software bestehende Telefonanlage basierend auf dem Internet-Protokoll (VoIP) von allen Orten der Welt über das Internet zu Nutzen. Und schon eröffnen sich interessante Möglichkeiten für die digitalen Nomaden, die einen ständigen Draht zum Unternehmen benötigen. Die Telefonanlage wird nur über einen Software-basierenden Client auf dem Notebook oder einem PDA benutzt. Überall, wo ich mich nun aufhalte, kann ich über das mobile oder auch das stationäre Internet auf die Telefonanlage im Büro zugreifen und anmelden und habe meine Nebenstelle parat - im Hotel und Zuhause über das Festnetz oder in der Flughafen-Lounge mobil - über eine Funkkarte. Wenn da nicht der Engpass bei den Bandbreiten wäre.

Denn wo die Sprachübertragung im Festnetz mittlerweile überhaupt kein Problem mehr darstellt, funktioniert dieses bei den zur Zeit verfügbaren Bandbreiten im Mobilfunk bislang nur mit mäßigem Erfolg. Neue Komprimierungsmechanismen wie G.729 reduzieren die Sprachdaten auf ein Minimum, aber letztendlich helfen nur noch höhere Bandbreiten, wobei die Auswahl nicht groß ist. VoIP mit High Speed Circuit Switched Data (HSCSD), das heißt mehrere parallele Leitungen, funktioniert einigermaßen, ist jedoch extrem teuer. Mit GPRS wird diese Lösung akzeptabel, wenn denn die Preise fallen.

Aber mit UMTS wird der mobile Zugang zur Telefonanlage auf Seiten der Bandbreite endlich den Flaschenhals verlieren, zumindest in einigen Jahren. Das heißt, ich kann auf meinem PDA auch Gespräche empfangen, die über meine Festnetznummer im Büro eingehen und gleichzeitig den Zugang zu meinen internen Telefonbüchern nutzen. Die Möglichkeit, wirklich nur noch unter einer Nummer erreichbar zu sein, rückt damit in greifbare Nähe.

Das Fazit ist eindeutig: Die zur Zeit verfügbaren Mobilfunk-Bandbreiten sind für die meisten mobilen Anwendungen ein Hemmschuh, der sich im Laufe der nächsten Monate abtragen wird. Die Option, auch die Telefonanlage in das Internet zu verlegen, wird dann möglich und bringt extreme Vorteile für die Anwender.

Schreiben Sie dem Autor: n.kohle@mioco.de

Das Telekommunikationsunternehmen Mioco aus Bremen entwickelt unter anderem software-basierte Telefonanlagen, die über das Internet genutzt werden können und somit erheblich zur Kostenreduzierung beitragen.

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