Digitale Signatur: Bald auch Realität in deutschen Amtsstuben
Unterschrift per (Handy-)Tastatur!

Bis 2005 will die Regierung alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung online zugänglich machen. Bald schon sollen Bürger Formulare interaktiv ausfüllen und per e-Mail an die Behörden schicken können.

Die Bundesregierung ist bereits damit beschäftigt, die dafür nötige Infrastruktur zu bauen. Schwierig wird es nur, wenn Formulare unterschrieben werden müssen. Zwar existiert die elektronische Signatur seit bereits fünf Jahren; internationale rechtliche und technische Standards stehen jedoch noch aus und behindern eine Prozessoptimierung.

Doch wie funktioniert die digitale Signatur? Eine qualifizierte elektronische Signatur ist eine Art von Siegel zu digitalen Daten. Sie wird unter Einsatz mathematischer Verfahren mit Hilfe eines privaten kryptographischen Schlüssels erzeugt. Mit Hilfe des entsprechenden öffentlichen Schlüssels kann die Signatur jederzeit überprüft und damit der Signaturschlüssel-Inhaber und die Unverfälschtheit der Daten festgestellt werden. Der breite Einsatz von elektronischen Signaturverfahren erfordert eine zuverlässige und effektive Sicherheitsinfrastruktur für die Zuordnung der Signaturschlüssel durch Zertifikate sowie sichere technische Komponenten.

Der Gesetzgeber ist gefordert, existente und neue Gesetze auf ihre E-Government-Tauglichkeit hin zu überprüfen. Bund, Länder und Kommunen müssen kooperieren und nutzerorientiert standardisierte Dienstleistungen anbieten. Derzeit hat sich ein virtueller Flickenteppich entwickelt, so kommt beispielsweise in Niedersachsen eine andere Technologie zum Einsatz als in Bayern. Letztendlich muss die Arbeitsorganisation verwaltungsintern auf die neuen Möglichkeiten angepasst und durch Personalentwicklung und-ausbildung die Mitarbeiter für E-Government sensibilisiert werden.

Auch den Cyber-Bürgern fehlt bis dato die nötige technische Ausstattung, um per elektronischer Signatur Unterschriften leisten zu können. Nur die wenigsten Internetnutzer haben die entsprechende Computerausrüstung wie Chipkarte und Lesegerät, um Dokumente digital zu unterschreiben. Der Griff zu Stift und Formular ist ungleich einfacher und günstiger als die elektronische Signatur. Die Bundesregierung will jedoch die Akzeptanz der digitalen Unterschrift erhöhen, indem sie Dienstleistungen anbietet. Auch und gerade in der mobilen Kommunikation würde die Einführung des Bezahlens via Handy Sinn machen. Als ständiger Begleiter in Privat- und Dienstangelegenheiten eignet sich nichts besser als das Mobiltelefon als Zahlungsmittel.

Im internationalen Vergleich schneidet E-Deutschland gar nicht so schlecht ab. Einer Langzeitstudie "Verwaltung online" der Unternehmensberatung Accenture zufolge ist Deutschland auf einem guten Weg und holt im länderübergreifenden Vergleich auf. Im vergangenen Jahr lag die Bundesrepublik noch auf Platz 15 hinter den meisten europäischen Ländern.

Schreiben Sie dem Autor: uwe.schmitt@stadt.duesseldorf.de

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