Digitales Abbild im Netz
Der etwas andere Avatar

Mit einer neuen Software von Egisys können Nutzer ihr digitales Abbild ins Netz stellen und es durch eine dreidimensionale Welt bewegen. Doch Geld verdienen will das schwäbische Unternehmen durch ein Technik, die die Bilddarstellung im Internet revolutionieren soll.

HON HANNOVER. Nach einer gemeinsamen Umfrage von Handelsblatt.com und der Unternehmensberatung Mummert + Partner sind Avatare, also künstliche Bildschirm-Wesen, der größte Flop der diesjährigen CeBIT. Auch wirtschaftlich scheint das Thema Avatare durch. Spezialisten wie Vista New Media sind pleite oder kämpfen um ihr Überleben.

Für das Tübinger Unternehmen Egisys ist das kein Grund, nicht doch munter an den Bildschirm-Wesen zu werkeln. Ihre Spezialität: Die Avatare sind nicht einfach sprechende Brustbilder, sondern Ganzkörper-Figuren, die sich durch einen dreidimensionalen Raum bewegen. Der Clou: Aus zwei digitalen Fotos - einer Frontal- und einer Seitenansicht - lässt sich dem Avatar der eigene Kopf aufsetzen. Mit wählbarer Kleidung und einem Satz von vordefinierbaren Bewegung lässt sich so ein perfektes Alter Ego ins Netz schicken.

Doch dass künftig Horden von personalisierten Surfern durch virtuelle Supermärkte stromern oder sich in vernetzten Rollenspielen von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, ist nicht zu erwarten.

Zum einen brauchen die Nutzer eine spezielle Software von Egisys, um ihren Avatar zu erstellen. Während der CeBIT ist sie noch zu einem Freundschaftspreis von 84 Euro zu haben - danach wird?s teurer. Zum anderen brauchen die Nutzer für den Zugang zu diesen 3-D-Welten ein spezielles Browser-Plugin - das gemeinsam von Egisys und Adobe entwickelt Atmosphere. Es ist derzeit nur als Beta-Version auf der CeBIT zu sehen (Halle 6 / H52). Serienreif entwickelt werden soll es nur, wenn es entsprechende Kundenaufträge gibt.

Als Kunden erwartet Sales Manager Uwe Hannig vor allem Firmen. Die Avatare sollen als Berater durch Webseiten führen oder als E-Learning-Trainer fungieren. Doch das ist genau der Markt, in dem sich alle anderen Wettbewerber auch versuchen. Doch Hannig ficht das nicht an. Die Avatar-Technik ist nämlich nur das eine Pferd im Stall. Kerngeschäft von Egisys ist Viewpoint, eine Technik zur hochauflösenden 3D-Darstellung von Gegenständen im Internet.

Und die funktioniert so: Statt ein Bild vollständig in hoher Auflösung zu laden, wird immer nur der aktuelle Bildausschnitt geliefert. Zoomt ein Nutzer heran oder dreht das Objekt, werden die Daten via Streaming nachgeladen. Vor den Augen des Nutzers gewinnt das Bild dann an Schärfe und Brillianz.

Das dazu nötige Browser-Plugin heißt ViewPoint Media Player lässt sich kostenlos im Web herunterladen. Außerdem ist der bei der aktuellen Version des AOL-Browsers 7.0 vorinstalliert. "Im Herbst haben wir die gleiche Verbreitung wie Flash", gibt sich Hannig selbstbewusst.

Egisys verdient an einer Lizenzgebühr für jedes ins Netz gestellte Objekt. Zu den Kunden gehört bereits Mercedes-Benz. "Dadurch können wir uns erlauben, bei den Avataren etwas zu experimentieren und herum zu spinnen", meint Hannig.

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