DIHK fordert Reformen in Bildungsbereich, Arbeits- und Sozialrecht
Wirtschaft sucht eine Million Fachkräfte

Trotz hoher Arbeitslosigkeit in Deutschland sucht die Wirtschaft nach eigenen Angaben mehr als eine Million Mitarbeiter. In einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gaben 39 % der mehr als 20 000 teilnehmenden Unternehmen an, offene Stellen mangels geeigneter Bewerber nicht besetzen zu können.

ap BERLIN. "Engpass Nummer eins sind Ingenieure und Facharbeiter mit technischen Berufen." Der Arbeitskräftemangel werde zunehmend zur Wachstumsbremse. Bewerbungen scheitern den Angaben zufolge vor allem an unzulänglicher Qualifikation und fehlender Berufserfahrung, aber auch an fehlender Motivation und zu hohen Gehaltsforderungen.

Mehr als 40 % der Firmen beschwerten sich darüber, dass sie auf ausgeschriebene Stellen überhaupt keine Bewerbungen erhielten. Es werde zunehmend schwerer, die richtigen Leute zu finden, erklärte der DIHK. Die Misere erstrecke sich inzwischen auch auf gering Qualifizierte. Fast der Hälfte der Unternehmen (47 %) fehlt es an Ingenieuren und Fachkräften technischer Berufe. In der Industrie sind es gar 64 %. Jeweils rund ein Fünftel der Firmen - Mehrfachantworten waren möglich - gab zudem an, Informatiker, Servicekräfte sowie kaufmännische und juristische Mitarbeiter vergeblich nachzufragen.

Der DIHK forderte Wirtschaft und Politik auf, das Paradoxum - immer mehr offene Stellen stehen immer höherer Arbeitslosigkeit gegenüber - gemeinsam aufzulösen. Überfällig seien Reformen im Bildungsbereich sowie im Arbeits- und Sozialrecht, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Der Arbeitsmarkt müsse schneller den Anforderungen der Wirtschaft angepasst werden. Die Wirtschaft habe ihrerseits die Aufgabe, Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung zu forcieren.

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