DIHK-Umfrage zur Konjunktur
Geschäftserwartungen auf Zehn-Jahres-Tief

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Geschäftserwartungen einer Umfrage zufolge auf das niedrigste Niveau seit dem Rezessionsjahr 1993 zurückgeschraubt.

Reuters BERLIN. Lediglich 17 % der rund 21 000 befragten Unternehmen rechneten mit besseren Geschäften als im Vorjahr, hieß es in der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Hingegen blickten 42 % der Betriebe und damit mehr als bei der vorigen Umfrage skeptisch in die Zukunft. "Die Konjunktur quält sich im Seitwärtsgang", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Von einer Verbesserung gebe es bisher keine Spur. Im Frühsommer hätten sich die Sorgen vermehrt, dass der Export wegen der enttäuschenden Weltkonjunktur sowie des raschen Euro-Anstiegs abbröckeln werde, sagte Wansleben.

Zwar seien die Ausfuhrerwartungen weiterhin positiv: "Doch haben seit Jahresbeginn die Unternehmen die Hoffnung auf wachsende Exporte drastisch reduziert." Deshalb müsse in Deutschland auch in den nächsten Monaten mit leicht rezessiven Tendenzen gerechnet werden. Wansleben sagte in einem Interview der ARD, der DIHK gehe auch im Gesamtjahr von einer leichten Kontraktion der Wirtschaftsleistung aus.

Exportmotor stottert

Der DIHK-Umfrage zufolge haben nur 27 % der Unternehmen verbesserte Exporterwartungen zum Vorjahr. 20 % erwarten dagegen schlechtere Exportgeschäfte. Bei der vorigen Konjunkturumfrage im Februar hatten noch 38 % mehr Exporte und nur elf Prozent weniger erwartet. "Die abgeflachte Weltkonjunktur sowie der rasante Anstieg des Euro-Außenwertes nehmen vielen Exporteuren die Luft", hieß es in der traditionellen Konjunktur-Befragung. Sollten die Exporte so schwach ausfallen wie erwartet, schwinde die Hoffnung auf einen baldigen vom Export getragenen Aufschwung.

"Der Hoffnungsschimmer Export dringt nur noch sehr gedämpft aus dem konjunkturellen Dunkel der deutschen Wirtschaft", sagte Wansleben dem Redetext zufolge. Im vergangenen Jahr hatte der Export die Wirtschaftsleistung in Deutschland noch vor einem Schrumpfen bewahrt.

Beschäftigungszahl leicht stabilisiert

Die Investitionen der Unternehmen bleiben der Umfrage zufolge auf niedrigem Niveau. "Der Abwärtstrend scheint sich immerhin nicht weiter fortzusetzen." Der Beschäftigungsabbau dürfte sich verlangsamen, aber noch nicht für eine Trendwende am Arbeitsmarkt ausreichen. Allerdings sei der Anteil der Unternehmen, die Arbeitsplätze streichen wollen, erstmals seit drei Jahren im Vergleich zur vorigen Umfrage leicht gesunken, hieß es.

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