DIHT und Wirtschaftsministerium werben gemeinsam für elektronischen Handel
Bundesregierung will Standards für Internet-Marktplätze schaffen (Archiv)

Die Bundesregierung will gemeinsam mit der Wirtschaft Standards für Internet-Marktplätze schaffen. Dies ist vor allem erforderlich, um die Chancen von kleinen und mittleren Unternehmen, sich erfolgreich am elektronischen Handel zu beteiligen, zu verbessern.

sm BERLIN. Die Bundesregierung will gemeinsam mit der Wirtschaft Standards für Internet-Marktplätze schaffen. Dies sei vor allem erforderlich, um die Chancen von kleinen und mittleren Unternehmen, sich erfolgreich am elektronischen Handel zu beteiligen, zu verbessern, erklärte Wirtschafts-Staatssekretär Alfred Tacke vor Journalisten in Berlin.

Nach Aussage von Tacke gibt es derzeit weltweit etwa 1 100 Handelsplattformen, die vor allem Großunternehmen eingerichtet hätten, um Zulieferungen auszuschreiben oder ihre Produkte zu vermarkten. Rund 180 dieser Internet-Märkte seien von deutschen Unternehmen eingerichtet worden. In den nächsten Jahren werde der Anteil von Zulieferungen, die über das Internet ausgeschrieben würden, gewaltig zunehmen, erläuterte Tacke. Vor allem den Mittelständlern bereite es aber Probleme, dass die vielen Handelsplattformen unabhängig voneinander aufgebaut seien.



Ziel der Bundesregierung sei es, diese Plattformen miteinander kompatibel zu machen. Daher müssten Standards sowohl für die Vielzahl der angebotenen und nachgefragten Produkte als auch für die Ausgestaltung des elektronischen Marktplatzes entwickelt werden. Dies komme vor allem der mittelständischen Wirtschaft zugute, die ansonsten Schwierigkeiten habe, sich in dem bisherigen Wirrwarr der verschiedenen Handelsplattformen zurechtzufinden.



In einem ersten Schritt sei der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) in Frankfurt mit Unterstützung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Köln, und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Berlin, dabei, einheitliche Beschreibungen für Produkte und Standards für Produktkataloge zu erstellen, erklärte Tacke. Da Deutschland auf diesem Gebiet neben den USA führend sei, hofft der Staatssekretär darauf, dass in Deutschland entwickelte Standards auch in der EU und international übernommen werden.



Am 23. Mai sollen alle Aspekte von elektronischen Handelsplattformen im Geschäft zwischen Unternehmen ( B2B) auf einer überregionalen Konferenz beraten werden, die das Bundeswirtschaftsministerium zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) München in der bayerischen Landeshauptstadt veranstaltet.



Die Konferenz ist Teil einer Vereinbarung zwischen dem Wirtschaftsministerium und dem DIHT zur stärkeren Beteiligung des Mittelstandes am elektronischen Geschäftsverkehr, die Tacke und DIHT-Hauptgeschäftsführer Franz Schoser gestern in Berlin vorstellten. Mit zahlreichen Aktivitäten und einem neuen "Einsteiger-Leitfaden" wolle man gemeinsam kleine und mittlere Unternehmen über Möglichkeiten und Chancen elektronischer Geschäftsabwicklung aufklären und ihnen praktische Hilfe leisten, erklärte Schoser.



Nach Einschätzung der Bundesregierung werden sich die Umsätze im Internethandel in Deutschland von 20 Mrd. Euro im vergangenen Jahr auf fast 400 Mrd. Euro im Jahr 2004 vervielfachen, fügte Tacke hinzu.

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