DIHT will Null-Runden - Gewerkschaften wollen deutliche Steigerungen
DGB-Chef Schulte kündigt "heiße Tarifrunde" an

dpa HAMBURG. Angesichts der abflauenden Konjunktur in Deutschland hat sich der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags (DIHT), Ludwig Georg Braun, für Null-Runden bei Löhnen und Gehältern ausgesprochen. Gewerkschaften wiesen die Forderungen Brauns zurück und kündigten harte Verhandlungen an.

"Im Interesse des Wettbewerbs und der Arbeitslosen wäre es auf absehbare Zeit richtig, die Lohnkosten beim derzeitigen Stand einzufrieren", sagte Braun der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). Durch stabile Lohnkosten könne besonders "bei Betrieben, die schlecht laufen, der Rationalisierungsdruck gemildert werden".

Der IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich sagte der dpa am Samstag in Frankfurt, die Forderung sei "ein illusionärer Wunschtraum, den wir den Arbeitgebern nicht erfüllen werden". In der Tarifrunde 2002 strebe die Gewerkschaft "kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen" an, sagte der IG Metallsprecher. Die Voraussetzungen dafür seien günstig: Die Unternehmen machten glänzende Geschäfte, die Lohnstückkosten seien kontinuierlich gesunken. Dennoch gehe der Abbau der Arbeitslosigkeit nur im Schneckentempo voran. "Das Märchen, dass Lohnverzicht Arbeitsplätze schafft, ist damit endgültig widerlegt", sagte Eilrich. Die Arbeitnehmer müssten angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt werden. Das stärke die Kaufkraft und kurbele die Binnenkonjunktur an.

Schulte fordert Unterstützung für Ostdeutschland

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Dieter Schulte, kündigte in der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) den Arbeitgebern eine "heiße Tarifrunde" an. Die Wirtschaftsentwicklung sei nicht so schlecht, wie die Arbeitgeber das im Moment darstellten. Die Unternehmen schrieben seit Jahren hohe Gewinne. Es sei das gute Recht der Arbeitnehmer, ihren Anteil an den Gewinnen zu verlangen und zu bekommen. Der DGB-Chef fügte hinzu: "Die nächste Tarifrunde wird heiß, da bin ich mir sicher."

Schulte forderte die Bundesregierung auf, mehr für den Arbeitsmarkt in Ostdeutschland zu tun. "Der Aufschwung geht weitgehend an Ostdeutschland vorbei. Die Bundesregierung muss dort erheblich mehr tun". Gebraucht werde ein groß angelegtes Investitionsprogramm in Forschung und Bildung, vor allem aber in Verkehrsverbindungen in Ost-West-Richtung.

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