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Dioxin-Affäre auf Bayern ausgeweitet

Die Dioxin-Affäre um belastetes Tierfutter weitet sich aus: In Bayern sind ebenfalls mehrere Bauernhöfe mit Dioxin verseuchtem Tierfutter beliefert worden. In den Niederlanden wurden auch in Pommes frites „leicht erhöhte“ Dioxin-Konzentrationen festgestellt.

dpa DEN HAAG/DÜSSELDORF/BERLIN. Die Dioxin-Affäre um belastetes Tierfutter weitet sich aus: In Bayern sind ebenfalls mehrere Bauernhöfe mit Dioxin verseuchtem Tierfutter beliefert worden. In den Niederlanden wurden auch in Pommes frites "leicht erhöhte" Dioxin-Konzentrationen festgestellt.

Die bayrischen Höfe würden zurzeit ermittelt, sagte der Staatssekretär im Bundesagrarministerium, Alexander Müller, am Freitagabend der dpa. In Nordrhein-Westfalen sind bereits drei Höfe wegen Dioxinbelastung im Tierfutter geschlossen worden.

Die niederländischen Pommes-Produkte könnten aber ohne Bedenken verzehrt werden, berichtete der niederländische Agrarminister Jan Veerman am Freitag. Bisher waren erhöhte Dioxinwerte nur in Tierfutter und in einer Milchprobe in den Niederlanden ermittelt worden.

In Bayern sei eine "niedrige zweistellige Zahl von Höfen" mit verseuchtem Futter beliefert worden, sagte Müller. Das Krebs erregende Gift sei in Kartoffelresten enthalten, die ein bayerischer Sortierbetrieb verkauft habe. Insgesamt habe dieses Unternehmen 121 Tonnen Tonerde von einem Unternehmen aus Ransbach-Baumbach in Rheinland-Pfalz erhalten, berichtete das bayerische Landwirtschaftsministerium. Die Firma hatte auch Tonerde in die Niederlande geliefert.

Der Dioxin-Verdacht gegen die rheinland-pfälzische Tongrube, die als Ausgangspunkt der Verseuchung gilt, wird sich erst nach Auswertung von Tests in der kommenden Woche klären. Am Donnerstag genommene Tonproben würden derzeit ausgewertet, teilte das Landwirtschaftsministerium in Mainz mit.

Die Aussagen des niederländischen Ministers standen im Widerspruch zu ersten Angaben der Behörde zur Nahrungsmittelkontrolle, die keine Erhöhung der Dioxinbelastung bei Pommes frites gemeldet hatte. Der Hersteller Mccain, von dem Kartoffelschalen mit Dioxin-Belastung als Tierfutter vertrieben worden waren, hatte stets betont, dass der Verzehr seiner Pommes frites keine Gesundheitsgefährdung mit sich bringe. Mit dem Dioxin seien allein die Schalen der Kartoffeln in Berührung gekommen, nicht aber die zu Pommes verarbeiteten Teile.

Die von dem Unternehmen im Westerwald bezogene, mit Dioxin belastete Tonerde wurde seit August beim Pommes-frites-Hersteller Mccain im holländischen Lelystad eingesetzt. Kartoffeln von minderer Qualität schwimmen in dem Wasser-Ton-Gemisch auf. Bessere, zur Pommes-Herstellung geeignete Knollen, sinken ab. Der Ausschuss wird gemeinsam mit den Schalen der brauchbaren Kartoffeln zur Herstellung von Viehfutter verwendet.

In den Niederlanden waren wegen der Dioxinbelastung im Tierfutter nach aktuellen Angaben 120 Höfe und nicht 162 geschlossen worden, wie zunächst berichtet. Die Behörden korrigierten ihre Angaben vom Vortag. In Belgien wurden acht Betriebe geschlossen. In Belgien sollten einige Schweine zu Testzwecken geschlachtet werden, um festzustellen, ob im Fleisch Rückstände der dioxinverseuchten Kartoffelschalen nachzuweisen sind.

Milchkühe seien in Nordrhein-Westfalen nicht betroffen, auch sei kein möglicherweise belastetes Fleisch in Deutschland auf den Markt gelangt, sagte der Sprecher des Düsseldorfer Agrarministeriums. Allerdings sei Fleisch aus einem der Betriebe in die Niederlande gebracht worden. Nach Angaben des Ministeriums wies die noch bis zum vergangenen Sonntag verwendete Tonerde 910 Nanogramm Dioxin je Kilogramm auf - bei einem erlaubten Grenzwert von 0,75 Nanogramm pro Kilogramm.

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