"Direct Local Area Network"
Stromkabel hilft beim Musikhören

Heiko Harbers verabscheut Funklöcher. Vor allem, wenn sie die Datenübertragung in seinem drahtlosen Heimnetzwerk empfindlich stören.

HB MÜNCHEN. "Stahlbetondecken und dicke Wände stellen für die Funkwellen in einem Wireless-Lan häufig eine unüberwindbare Hürde dar", so der Vorstand der Aachener Devolo AG. Seine Alternative heißt D-Lan ("Direct Local Area Network"). Die Technik nutzt zur Datenübertragung die bestehenden Stromleitungen im Haus. Unter dem Namen Home-Plug ist sie weltweit standardisiert - und im Kommen.

Das amerikanische Marktforschungsunternehmen In-Stat/MDR prophezeit der Heimvernetzung über die Elektrokabel rasante Zuwächse: Von 190 Mill. Dollar im Jahr 2002 werde der weltweite Umsatz auf 706 Mill. Dollar im Jahr 2006 steigen. "Es ist nicht zu übersehen, dass sich Home-Plug auf dem Heimnetzwerkmarkt als dritte Technologie etabliert - neben Fast-Ethernet und Wireless-Lan", bestätigt Harbers, dessen Firma nach aktuellen Verkaufszahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Deutschland Marktführer in diesem Segment ist.

Der Einstieg von Anbietern wie Netgear, Acer, Siemens oder Yakumo auf den Home-Plug-Markt wertet Harbers als Zeichen für den bevorstehenden Durchbruch der Technik. Auch die Preise sinken durch den wachsenden Wettbewerb: Die Braunschweiger Firma Yakumo bietet ihren Power E-Net-Adapter für 39 Euro an.

Die Konkurrenz reagiert auf die Angriffe des Billiganbieters mit Kombigeräten, die mehrere Technologien vereinen. So verbindet das US-Unternehmen Netgear einen Wireless-Lan-Access-Point mit einem Home-Plug-Adapter, um so Empfangsstörungen im drahtlosen Funknetz direkt umgehen zu können. Auch Devolo hat ein solches Gerät entwickelt und kombiniert außerdem DSL- oder ISDN-Modems mit den Home-Plug-Komponenten in einem Gehäuse. Ein spezieller Audio-Adapter, der sich an jede Stromsteckdose anschließen lässt, schafft die Verbindung zu Hi-Fi-Anlage, Mikrofon oder Lautsprechern.

Zwei dieser Adapter genügen, um ein einfaches Audionetzwerk aufzubauen - auch ohne PC. "Viele Leute haben ihre Musikanlage im Wohnzimmer stehen, wollen aber morgens auch im Badezimmer Musik hören", erläutert Heiko Harbers. Dazu brauche man nichts weiter als zwei Audio-Adapter und ein Paar Aktivboxen. Auch der Empfang von Internet-Radiostationen oder das Abspielen von MP3-Dateien aus dem Internet auf dem Hi-Fi-System im Wohnzimmer wird nach Firmenangaben mit dieser Lösung möglich.

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