Direktanlage versus Fondsanlage
Experten raten von der Aktienauswahl in Eigenregie ab

In turbulenten Börsenzeiten gestaltet sich die Aktienauswahl in Eigenregie für den Privatanleger besonders schwer. Die Gefahr bei der Wahl einzelner Titel daneben zu liegen, schreckt viele Marktteilnehmer von weiteren Investments an der Aktienmärkten ab.

HB DÜSSELDORF. Eine Fondsanlage stellt in diesem Fall eine Risikoabfederung dar. Investmentfonds streuen das Geld des Anlegers auf viele unterschiedliche Wertpapiere - Kursrückgänge einzelner Werte können so durch Gewinne anderer Werte ausgeglichen werden.

"Einer der Hauptvorteile eines Investmentfonds gegenüber der Direktanlage ist die höhere Diversifikation", sagt Carsten Krüger vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). "Das gilt im Übrigen nicht nur für Aktienfonds, sondern auch für Rentenfonds. Denn auch bei der Anlage in Anleihen lässt sich das Risiko auf verschiedene Papiere streuen", fügt der BVI-Experte hinzu.

Fondsmanager haben besseren Einblick

Neben dem verminderten Risiko stellt das professionelle Management eines Investmentfonds einen klaren Vorteil für den Anleger dar. "Der Fondsmanager hat einen besseren Einblick in die Märkte und kann diese permanent beobachten und analysieren. Dem Privatanleger wird so ein intensiver Arbeits- und Zeitaufwand erspart", argumentiert Krüger.

Auch die Experten vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt (DAI) raten Privatanlegern in schlechten Börsenzeiten ein Investment in Aktienfonds zu erwägen. "Bei einer Fondsanlage kann man schon mit einer geringen Summe eine hohe Streuung erzielen. Anleger mit zwei bis drei Aktien in ihrem Depot sind da mit Sicherheit schlechter aufgestellt", erklärt Petra Kachel, Aktienexperten vom DAI. Tatsächlich scheinen sich die Anleger die Ratschläge der Fachleute zu Herzen zu nehmen. Insgesamt verringerte sich der Anteil der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds im ersten Halbjahr 2002 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2001 weiter um ein Prozent. Der Großteil des Rückgangs lässt sich dabei auf die Aktionäre zurückführen. Während sich die Zahl der Aktienbesitzer um 1,015 Mill. verringerte, sank die Zahl der Fondsbesitzer nur um 863 000.

Aktienfondsbesitzer stabilisieren

Ein stabilisierender Faktor der deutschen Aktienakzeptanz sind nach wie vor die Aktienfondsbesitzer. Während im Jahr 1999 erst 7,4 Prozent der Bevölkerung Aktien- oder gemischte Fonds besaßen, stieg dieser Anteil um fast 70 Prozent im Jahr 2000. Der Höchststand wurde im ersten Halbjahr 2001 mit 15,9 Prozent erreicht. Ein klares Zeichen dafür, dass Anleger der Risikostreuung, die durch Fondsanlagen möglich ist, mehr zu vertrauen als der Einzelanlage.

Die aktuellen Steuerpläne der Regierung machen in Zukunft die Direktanlage wieder attraktiver. Für Spekulationsgewinne bei Aktien gilt nämlich das Halbeinkünfteverfahren. Das heißt, dass nur die Hälfte des Wertzuwachses der Bemessungsgrundlage zugerechnet wird und mit dem pauschalen Steuersatz von 15 Prozent versteuert werden soll. Die Pläne zur Fondsbesteuerung sind dagegen deutlich ungünstiger - dabei ist noch nicht sicher, ob sie in der heutigen Form Bestand haben werden. Wenn ja, dann würden künftig alle Veräußerungsgewinne, die der Fonds selbst erzielt, mit dem persönlichen Steuersatz des Anlegers erfasst statt nur mit 15 Prozent. Weitere Nachteile entstünden dadurch, dass Fonds ihre Bestände in der Regel häufiger umschichten als Privatleute.

Quelle: Handelsblatt

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