Direktbanken-Titel waren besonders gefragt
Neuer Markt beendet Handelstag mit deutlichen Zuwächsen

Die Erholung an den US-Märkten hat auch die deutschen Wachstumswerte beflügelt: Am Neuen Markt sind die Kurse am Donnerstag auf breiter Front gestiegen. Während der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index 5,18 Prozent höher bei 1 568,8 Zählern aus dem Handel ging, legte der Blue-Chip-Index Nemax 50 7,95 Prozent auf 1 423,5 Punkte zu.

FRANKFURT/M. dpa-afx/rtr. Händlern zufolge waren vor allem spekulative Anleger aktiv. Die institutionellen Investoren übten sich noch in Zurückhaltung, sagte Till Wößner, Händler beim Handelshaus Lang & Schwarz. Auf keinen Fall seien Zeichen einer Trendwende zu erkennen.

Zu den großen Gewinnern gehörten die Aktien des Münchener Biopharma-Unternehmens MediGene, die um 37,16% auf 26,50? anzogen. Das Unternehmen hatte die exklusiven Vermarktungsrechte des Prostatakrebs-Medikaments "Leuprogel" für Europa von den amerikanischen Atrix Laboratories erhalten.

Stark gefragt waren auch die Direktbanken. Comdirect Commerzbank halte man an der Partnerschaft mit dem Internet-Provider T-Online fest, teilte Comdirect-Sprecher Mathias Hajek mit. Auch die Aktien der Consors Direkt Broker AG und der Direkt Anlage Bank Direkt Anlage Bank markierte ein Plus von 12,78 Prozent auf 15,00 Euro. T-Online-Papiere legten auch zu und zwar um 5,22 Prozent auf 9,47 Euro.

Mobilcom verabschiedeten sich ebenfalls mit einem Plus von 2,84 Prozent auf 15,20 Euro aus dem Handel. Am Morgen war der Kurs in zwei Schüben deutlich nach oben geschnellt. Eine Händler der Banque Nationale de Paris ging von Großaufträgen institutioneller Anleger aus. Denn "Auf der heutigen Hauptversammlung zog Mobilcom jedoch nicht die erhofften Trümpfe aus dem Ärmel", hieß es von dem Händler.

Auch die Brokat AG stand endlich mal wieder auf der Einkaufsliste. Der Wert legte um 26,17 Prozent auf 7,81 Euro. Händler werteten dies aber eher als technische Erholung, nachdem zuletzt der Kurs deutlich unter Druck stand.

Für neue Schlagzeilen sorgte das Marburger Telekommunikationsunternehmen Teldafax . Am Mittag hatte die Deutsche Telekom die Leitungen des Konkurrenten angesichts von Außenständen in Höhe von 90 Mill. DM abgeschaltet. Zudem scheint auch der Hauptaktionär World Access finanziell angeschlagen zu sein und kann offenbar Teldafax nicht mehr helfen. Die Gläubiger von World Access haben nämlich Antrag auf Zwangskonkurs gestellt. Den Kurs beeinträchtigte das nur wenig. Teldafax sei mittlerweile eher ein Zockerwert, so ein Händler. Die Aktie verlor 3,70 Prozent auf 0,52 Euro.

Die Aktien der Poet Holding Inc verloren 8,26 Prozent auf 4,22 Euro, nachdem das Unternehmen enttäuschende Umsatzzahlen für das erste Quartal 2001 vermeldete. Händler betonten, dass Poet die negative Entwicklung nicht hatte erahnen lassen. Weil der Markt überrascht sei, gehe der Kurs nun in den Keller. Auch der rasante Fall von rund 200 Euro im März 2000 auf unter 5 Euro lege keine baldige Erholung nahe. Der jüngste Umsatzeinbruch habe gezeigt, dass Poet noch eine Durststrecke vor sich habe.

Zu den wenigen Verlierern im Nemax 50 gehörte auch der Münchner Filmrechtehändler EM.TV . Die Aktie verbilligte sich um 1 Prozent Prozent auf 4,95 Euro. Einem Vorabbericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hat die Kirch-Gruppe den in der Formel 1 vertretenden Automobilherstellern einen 25prozentigen Anteil an der Formel 1-Holding SLEC angeboten. Hieran ist auch EM.TV beteiligt. Das Medienunternehmen wollte zu diesem Bericht keine Stellung abgeben. Die europäischen Automobilhersteller hatten erst am Mittwoch erklärt, sie wollten eine eigene Rennserie gründen. Begründet wurde dies mit einem Streit mit der KirchGruppe unter anderem um die Vermarktung der Fernsehrechte.

Unter einem Kurseinbruch von über 30 % litten zudem die Aktien von AT&S Technologies. AT&S hatte am Morgen mitgeteilt, trotz eines Absatzwachstums im Geschäftsjahr 2001/02 einen Gewinnrückgang von mehr als 30 % zu erwarten.

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