Dirk Nowitzki begeistert Eigner, Reporter und Fans der Dallas Mavericks – NBA-Finale rückt näher
Nummer 41 rettet die Menschheit vor dem Bösen

Eddie Sefko ist so wie man sich einen amerikanischen Reporter vorstellt. Ein kantiger Kerl, verkniffener Gesichtsausdruck, einer der zum Lachen in den Keller geht. Texaner eben. Seit 30 Jahren schreibt er für die "Dallas Morning News" über Basketball. "Aber so interessant war es lange nicht mehr. Dirk sei Dank", sagt Sefko.

HB DÜSSELDORF/DALLAS. Seinetwegen hat er in dieser Saison die Seiten gewechselt. An den sportlich angestaubten Houston Rockets hatte er zuletzt die Lust verloren. Die Dallas Mavericks dagegen gelten spätestens seit Dirk Nowitzki nicht nur zu den vier besten NBA-Teams, sie spielen auch den spektakulärsten und unberechenbarsten Basketball. So auch in ihrem Conference-Halbfinale gegen Sacramento. Stand nach fünf Spielen: 3:2.

Sefko neigt schon grundsätzlich nicht zur Euphorie, aber auch er kann sich dem Ballyhoo um den deutschen Helden nicht entziehen. "Natürlich hat sich mit Dirk vieles verändert. Eigentlich alles. Viele sagen, er ist der beste Spieler des Teams. Ich auch. Mit ihm kann Dallas den Titel holen, ohne ihn nicht. Vielleicht wird er der nächste Superstar dieses Sports."

Auch Reporter-Haudegen Art Garcia vom "Star-Telegramm" in Fort Worth verliert ganz schnell seine Zurückhaltung, wenn er über den 2,13 Meter großen Würzburger ins Schwärmen gerät: "Er ist groß, sieht gut aus, ist dank seines Grunge-Bärtchens unverwechselbar und er lebt den American Way of Life wie kaum ein zweiter Ausländer. Das begeistert die Leute hier in Texas. Und die sind ja nicht sehr schnell zu begeistern." Angeblich soll sich kürzlich sogar Texas? berühmtester Sohn, US-Präsident George W. Bush, nach dem fränkischen Leader seines Lieblingsvereins erkundigt haben.

Die Bosse der Mavericks wissen natürlich längst um die seltene Gabe ihres Besten und lassen ihn sich was kosten. Geschätzte 14 Millionen US-Dollar überweisen sie Nowitzki für die nächsten sechs Jahre. Pro Spielzeit versteht sich. Eine Investition, die sich nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich für den Klub rechnet. "Die Mavericks-Franchise war in ihrer Geschichte wirtschaftlich noch nie so erfolgreich wie in diesem Jahr. 36 der 41 Heimspiele der regulären Saison waren ausverkauft und wir haben noch nie so viele Trikots verkauft, gut ein Drittel aller verkauften Shirts tragen Nowitzkis Nummer 41", freut sich PR-Manager Gregg Elkin über prosperierende Rahmendaten.

Und spätestens im Sommer könnte die Business-Lokomotive Nowitzki für die Mavericks auch in Europa zünden. Mit einer Hand voll prominenter NBA-Kollegen soll der Würzburger für ein paar Showmatches auf Europas größter US-Army-Base im oberpfälzischen Grafenwöhr gastieren. Der Merchandising-Umsatz wird es danken. Das wiederum ist ganz im Sinne von Eigner Mark Cuban. Der hemdsärmelige Internet-Milliardär hatte den Klub vor einigen Jahren für rund 120 Millionen US-Dollar erworben und bastelt seitdem an seinem "Lebensfreizeitwerk", wie er es nennt. Das internationalste Team der Liga mit Spielern aus sieben Nationen hat er schon auf die Beine gestellt. Um auch NBA-Champion zu werden, braucht er einen wie Nowitzki. "Mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden. Und deshalb lasse ich Dirk auch nicht weg hier. Sie können hier jeden in Frage stellen, aber nicht ihn", sagt Cuban mit breiter Brust.

Platzanweiser Jason Gonzales sieht dies ähnlich: "Wegen der Irak-Sache sind die Deutschen ja gerade nicht so beliebt in Amerika. Aber Mister Big D. ist die Ausnahme. Ehrlich, er ist der Netteste, der mir seit langem hier über den Weg gelaufen ist. Great guy." So großartig sogar, dass "Dirkules" in einem neuen Comic schon mal die Menschheit vor dem Bösen rettet. Da kann das mit der Meisterschaft doch nicht so schwer sein.

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