DIS Deutsche Industrie AG vor dem Aufstieg in den MDax
Spezialisierte Personaldienstleister trotzen der Flaute

Während die großen Zeitarbeitskonzerne schwer unter den Auswirkungen der Wirtschaftsflaute leiden, zeigen sich die im Kleinwertesegment Smax notierten Nischenanbieter Amadeus, Allbecon und DIS Deutsche Industrie Service erstaunlich konjunkturresistent.

FRANKFURT/M. Die unmittelbar vor dem Aufstieg in den MDax stehende DIS AG konnte nach Angaben vom Dienstag ihre Prognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr erfüllen. Zwar hatte DIS die Prognosen im vergangenen Oktober nach unten geschraubt. In einem deutschen Gesamtmarkt, der nach Schätzungen der WestLB 2001 um etwa 3 % schrumpfte, kann sich ein Umsatzplus von etwa 14 % auf knapp 260 Mill Euro bei einer Vorsteuer-Marge von 7,5 % jedoch gut sehen lassen.

Diese Einschätzung hat sich allerdings an der Börse bereits niedergeschlagen. In einem beachtlichen Lauf hat die DIS-Aktie das von UBS Warburg mit 28 Euro bezifferte Kursziel bereits überflügelt. Derzeit notiert das Papier bei rund 30 Euro. In der jüngsten Aufwärtsentwicklung dürfte sich auch die für den 18. März angekündigte Aufnahme in den 70 Werte zählenden MDax widerspiegeln. Dadurch wird der Titel nicht zuletzt für Fondsgesellschaften interessanter.

"Personaldienstleister, die sich auf stark wachsende Branchen spezialisiert haben, können auch in der Rezession Zuwächse verbuchen", sagt Bettina Hörstke, die den Sektor für die Investmentbank WestLB Panmure analysiert. Unter den Aktien der kleineren deutschen Personaldienstleister empfiehlt sie die der Frankfurter Amadeus AG mit einem Kursziel von 21 Euro zum Kauf. Derzeit wird die Aktie des auf Fachpersonal für die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen spezialisierten Unternehmens, das Ende März Zahlen für 2001 vorlegen wird, zu 16,60 Euro gehandelt. Die Krisenfestigkeit des Amadeus-Geschäfts wurde auch vom Markt honoriert: Zwar rutschte der Kurs nach den Anschlägen auf die USA im Sog der internationalen Aktienmärkte auf ein historisches Tief von 11,50 Euro. Bald konnte sich der Titel jedoch wieder nachhaltig erholen. Für Hörstke liegt der Grund dafür auf der Hand: "Die von Amadeus vermittelten Finanz-Spezialisten werden gerade in der Krise gebraucht."

Auch Allbecon versucht sich verstärkt auf das konjunkturresistente Geschäft mit hoch qualifiziertem Personal zu konzentrieren. Im abgelaufenen Jahr konnte das international vergleichsweise breit aufgestellte Unternehmen zwar ein Umsatzplus von immerhin 7 % verbuchen. Weniger positiv entwickelte sich die Ergebnisseite. Im Inland belastete neben der Konjunkturflaute auch die Restrukturierung das Ergebnis, was zu einem Gewinnrückgang um 3,7 Mill. Euro auf knapp 5 Mill. Euro führte. Das Auslandsgeschäft sei insbesondere durch die hohen Anlaufkosten in der Schweiz geprägt gewesen: Der außerhalb Deutschlands erzielte Verlust des Düsseldorfer Konzerns vervierfachte sich auf 2,4 Mill. Euro. "Der Zeitpunkt für die Auslandexpansion war etwas ungünstig, weil er mit der Konjunktureintrübung zusammenfiel", sagt Sal. Oppenheim-Analyst Jan Herbst. Dennoch hält er die Auslandsstrategie des Unternehmens für richtig und stuft den Titel auf dem gegenwärtigen Niveau als "Outperformer" ein.

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