Discounter kompensieren Verbrauchermärkte
Spar tiefer in den roten Zahlen

Die anhaltende Konsumflaute erschwert dem verlustreichen Einzelhandelsunternehmen Spar Handels-AG die Rückkehr in die Gewinnzone.

Reuters HAMBURG. Vorstandschef Fritz Amman bezeichnete das Vorhaben, nach mehreren Verlustjahren im vierten Quartal 2002 wieder ein positives operatives Ergebnis zu erwirtschaften, am Donnerstag in Hamburg als "ambitiös". Er begründete dies unter anderem mit der Konsumschwäche im Handel. Um dennoch die Gewinnzone zu erreichen, seien zusätzliche Anstrengungen nötig, fügte Amman hinzu.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Spar-Konzern trotz großer Sanierungsbemühungen unter anderem wegen außerordentlicher Aufwendungen für die Umstrukturierung und der Konsumschwäche im Handel tiefer in die Verlustzone gerutscht. Um wie geplant wieder operativ schwarze Zahlen zu schreiben, solle unter anderem die im vergangenen Jahr vorübergehend unterbrochene Umstellung der Eurospar-Märkte auf Intermarche wieder stärker vorangetrieben werden, sagte Amman.

Im ersten Quartal 2002 hätten die Discountmärkte die negative Entwicklung der Verbrauchermärkte und des selbstständigen Einzelhandels kompensiert, sagte Amman weiter. Dabei hätten die Discounter von der allgemeinen Verunsicherung der Verbraucher nach der Euro-Umstellung profitiert. Diese Märkte hätten es am besten verstanden, das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen, sagte Amman.

Bei einem Konzernumsatz von 1,6 Milliarden Euro seien in diesem Zeitraum knapp 640 Millionen Euro oder 40,8 Prozent aus dem Lebensmitteldiscount-Geschäft geflossen. Trotz des Verkaufs von Kodi und Umsatzeinbußen im selbstständigen Einzelhandel sowie bei den Verbrauchermärkten habe der Umsatz insgesamt gesteigert werden können. Der Großhandelsumsatz habe 627 Millionen Euro erreicht, das seien 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr gewesen, teilte Amman weiter mit. Noch stärker schrumpfte der Umsatz der Verbrauchermärkte den Angaben zufolge mit 9,1 Prozent auf 301,7 Millionen Euro.

Im abgelaufenen Jahr sackte Spar trotz eines um 3,7 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro erhöhten Konzernumsatzes wieder tiefer in die Verlustzone. Der operative Fehlbetrag erreichte 167,3 Millionen Euro nach minus 103,2 Millionen Euro im Jahr davor. Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war mit 65,5 Millionen Euro negativ, nachdem im Jahr 2000 noch ein positiver Wert von 55,48 Millionen Euro erzielt worden war.

Amman teilte mit, der französische Großaktionär ITM Enterprises, der zuletzt gut 80 Prozent an Spar hielt, unterstütze den Sanierungskurs weiter.

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