Diskriminierung bleibt unbemerkt
Babys ohne Namen

Rund 50 Millionen Säuglinge - mehr als 40 Prozent aller Neugeborenen - sind im Jahr 2000 bei ihrer Geburt nicht registriert worden.

Wiwo/ap NEW YORK. Marta Santos Pais, die Direktorin des Innocenti Forschungszentrums beim Weltkinderhilfswerk (UNICEF), erklärte am Dienstag, dass Kinder ohne offizielle Identität, die oft aus armen oder zerrütteten Familien stammten, im späteren Leben zahlreichen Diskriminierungen ausgeliefert seien. "Ein nicht registriertes Kind ist für den Kinderhandel attraktiver, und es hat nicht einmal den geringsten Schutz gegen Kinderarbeit, frühe Verheiratung, Rekrutierung für die Armee oder Verfolgungen und Festnahmen im Erwachsenenalter", sagte Santos.

Im späteren Leben könnten solche Kinder manchmal weder einen Pass beantragen, noch ein Bankkonto eröffnen oder eine angemeldete Stelle annehmen. Die Diskriminierungen und Misshandlungen, denen die "unsichtbaren" Kinder ausgesetzt seien, blieben oft unbemerkt.

Aus dem Bericht des Forschungszentrums geht hervor, dass in Afrika mehr als 70 Prozent aller Geburten nicht registriert werden, in Südasien 63 Prozent. In Ländern wie Afghanistan, Eritrea und Kongo ist die Registrierung beinahe völlig unüblich. Die Kinderschutzkonvention der Vereinten Nationen, die 191 Länder dieser Welt ratifiziert haben, sieht vor, dass jedes Neugeborenen amtlich erfasst werden muss und ein Recht auf einen Namen und eine Nationalität hat.

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