Diskussion auf Weltwirtschaftsforum
Das Öl sprudelt weiter

Trotz Nachfrageboom, Klimawechsel und Terrorgefahr - es gibt keinen Grund, an der Energiesicherheit zu zweifeln. Mit dieser Botschaft sind Vertreter ölproduzierender Länder, Ölkonzerne und Wissenschaftler auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos vor die Presse getreten.

DAVOS. Um die Belieferung mit Energie für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen, müssen in den nächsten Jahren aber Milliardensummen investiert werden. Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, sagte dem Handelsblatt, "es besteht in der Tat kein Grund zur Panik". Selbst bei einem plötzlichen Rückgang der Ölförderung um einige Prozentpunkte etwa infolge von Terroranschlägen oder Sturmschäden sei das System der Reserven in der Lage, Schocks jeder Art kurzfristig zu überwinden. Allerdings, so Birol, bestehe eine Investitionslücke: Die großen ölproduzierenden Länder im arabischen Raum und Russland müssten pro Jahr 20 bis 23 Mrd. US-Dollar investieren, um die Öllieferung in den nächsten Jahren in vollem Umfang aufrecht erhalten zu können. Es würden aber nur 15 Mrd. Dollar im Jahr investiert. Auch Ölkonzerne wie Shell oder Total investierten heute etwa 20 Prozent zu wenig, kritisierte Birol.

Die Aufrechterhaltung der weltweiten Energieversorgung ist in diesem Jahr eines der Schwerpunktthemen in Davos. Die Debatten mit führenden Vertretern der Opec-Länder und der Ölkonzerne dreht sich um die Frage, wie die ständig steigende Nachfrage von Schwellenländern wie China und Indien sowie von aufstrebenden Ländern der Dritten Welt zu verkraften ist. Der Ölpreis hat sich vor diesem Hintergrund in den letzten drei Jahren verdreifacht. Die Grenzen der Ölvorräte, Gefahren durch Terrorattacken auf Förderanlagen und Öltransporte, und die erst in den Anfängen steckende Suche nach alternativen Energiequellen treibt vielen Experten Sorgenfalten auf die Stirn, wenn sie daran denken, wo in 20 oder 40 Jahren die Energie herkommen soll.

Der Opec-Repräsentant Mohammed Barkindo betonte, er sehe keinen Grund zur Beunruhigung. Die Opec-Länder seien sich ihrer besonderen Verantwortung zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit bewusst. Das sei früher so gewesen und werde auch in der Zukunft nicht anders sein. Die Opec-Länder seien bereit, alle nötigen Investitionen vorzunehmen, um neue Lagerstätten auszubeuten und die bisherigen Ölfelder besser auszunutzen. Allein bis Ende dieses Jahres werde die Opec die Tagesproduktion von derzeit 30 Mill. Barrel um 1,5 bis 2,0 Mill. Barrel erhöhen. Die Industrieländer forderte Barkindo auf, neue Technologien bereitzustellen, um die Opec-Länder dabei zu unterstützen.

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