Diskussion hält an
Union verurteilt Clements Pläne zu embryonaler Stammzellenforschung

Die Unions-Fraktion hat die Pläne von Nordrhein- Westfalens Regierungschef Wolfgang Clement (SPD), deutschen Gen- Forschern die Arbeit mit embryonalen Stammzellen ermöglichen, als "Affront des Bundestags" verurteilt.

dpa BERLIN . Fraktionsvize Maria Böhmer forderte den SPD-Vorsitzenden, Bundeskanzler Gerhard Schröder, am Freitag auf, Clement zu stoppen. Dessen Vorhaben gehe am "erklärten Willen" des Bundestags vorbei, wie er sich in der Debatte am Donnerstag zu den Risiken und Chancen der Gentechnik gezeigt habe, sagte sie der dpa.

Clement hatte bei seinem Israel-Besuch Wissenschaftlern der Universität Bonn Hilfen des Landes für die Zusammenarbeit mit israelischen Kollegen auf dem Gebiet der Stammzellenforschung in Aussicht gestellt. Der stellvertretende SPD-Chef sprach sich dafür aus, Forschungen an importierten Stammzellen zuzulassen. Das Embryonenschutzgesetz erlaube dies. Im israelischen Haifa ist eines von weltweit drei Instituten, denen es gelungen ist, embryonale Stammzellen aus künstlichen Befruchtungen zu gewinnen. Die Bonner Forscher möchten von dort Stammzellen für ihre Arbeit beziehen.

Böhmer meinte, Clement wolle Fakten schaffen, obwohl sich der Bundestag dafür ausgesprochen habe, Entscheidungen zur Gentechnik erst nach reiflicher Überlegung zu treffen. Die Mehrheit im Bundestag wolle keine Änderung des Embryonenschutzgesetzes noch in dieser Legislaturperiode. Auch wenn der Import von Stammzellen nicht ausdrücklich vom Embryonenschutzgesetz untersagt werde, so würde dies in jedem Fall gegen den Willen und Sinn des Gesetzes verstoßen.

Ziel der embryonalen Stammzellenforschung ist es, aus den Zellen Gewebe oder eines Tages sogar Organe zu züchten. Die Embryonen werden dabei getötet.

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