Diskussion über Vorziehung der Totalsanierung
Im Gotthard-Tunnel wurde an neuem Ventilationssystem gearbeitet

Wie viele Menschen könnten noch leben, wenn der Gotthard-Tunnel eine hochmoderne Entlüftungsanlage gehabt hätte? Diese Frage wird seit dem schrecklichen Unglück in der Schweiz diskutiert.

dpa GENF. Die elf bisher geborgenen Toten waren alle erstickt. Schweizer Medien berichteten am Freitag, dass sie oft nur wenige Meter von den Nottüren des Sicherheitsstollens entfernt gefunden wurden. Doch der dicke schwarze Qualm der brennenden Reifen und Kunststoffplanen machte die Sicht unmöglich und raubte dann den Atem.

Tatsache ist, dass die Schweizer Regierung aus den Tunnelunglücken im Montblanc und im Tauerntunnel 1999 bereits die Konsequenzen gezogen hatte. Von der Nordseite des Gotthard-Tunnels her wurde seit Anfang September bis zum Unglückstag am Einbau eines neuen Ventilationssystems gearbeitet. Dafür hatte die Regierung in Bern 35 Mill. Franken (46 Mill. DM/23 Mill. ?) bereitgestellt. Eingerichtet werden sollten Brandklappen, die mit Hilfe eines ganz neuen Steuerungssystems kräftig den Rauch abziehen. Ob allerdings diese modernen Installationen geholfen hätten, Hitzeentwicklungen bis 1000 Grad zu vermeiden, bezweifeln Fachleute.

Der Gotthard-Tunnel steht planmäßig in 20 Jahren zur Totalsanierung an. Ob diese jetzt vorgezogen wird, ist ebenfalls in der Diskussion. Wenn auch die zweite Röhre nicht kommt, die, abgesehen von den politischen Hindernissen, mindestens zehn Jahre lang gebaut werden muss, müssten nach Ansicht von Experten weniger Lastwagen zugelassen, das Frachtgut nach Sicherheit geprüft und große Abstände vorgeschrieben werden.

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