Diskussion um Gerhardt verschärft sich
Spekulation um Kandidatur von Westerwelle

dpa BERLIN. Nach den Spekulationen um eine Kandidatur von FDP - Generalsekretär Guido Westerwelle für den FDP-Vorsitz verschärft sich die Führungsdiskussion um den Vorsitzenden Wolfgang Gerhardt. Die Absicht von Gerhardt, alle Spitzenpositionen - auch die des Faktionschefs und des Kanzlerkandidaten - auf sich zu konzentrieren, bezeichnete die nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp am Donnerstag als eine Kampfansage.

Dies sei äußerst irritierend, meinte Kopp in Berlin. Offenbar lägen die Nerven des Parteichefs inzwischen blank. Dies sei menschlich verständlich, aber für die FDP nicht hilfreich.

Die stellvertretende nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ulrike Flach nannte die Diskussionen um eine Kandidatur Westerwelles für den Parteivorsitz eine "künstliche Verwirrung" und "Hintergrundgetratsche". Es gebe in der Partei offenbar ein paar Leute, die auf Kosten Westerwelles ihr eigenes Süppchen kochen möchten.

Nach Informationen aus der nordrhein-westfälischen FDP hat Westerwelle am Dienstag vor dem dortigen Landesvorstand seine Bereitschaft erklärt, beim nächsten Bundesparteitag im Mai gegen Gerhardt anzutreten. Der Generalsekretär dementierte dies. Ein Vorstandsmitglied der NRW-FDP bestätigte der dpa in Düsseldorf jedoch, Westerwelle habe sich "in einem nicht anders zu interpretierenden Sinne geäußert".

Kampf um Spitzenpositionen

Flach versicherte hingegen, Westerwelle habe in der Sitzung an keiner Stelle eine Kandidatur erklärt. Dies sei auch kein Thema vor den beiden Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz. Der Landesvorstand habe sich in seltener Einmütigkeit hinter diese Position gestellt. Die NRW-Liberalen wollten keine Personaldiskussion zum jetzigen Zeitpunkt.

Kopp meinte, der "immer unerbittlicher werdende Kampf um Spitzenpositionen" zwischen den Hauptkontrahenten Gerhardt und dem NRW-Landesvorsitzenden Jürgen Möllemann werde weitergehen und wohl an Schärfe zunehmen. Der Dritte in diesem Bunde, Westerwelle, werde bei dem Machtpoker hoffentlich die Nerven behalten. Er sei gut beraten, sich mit öffentlichen Äußerungen zu einer möglichen Kandidatur zurückzuhalten, damit er nicht vorzeitig "verschlissen" werde.

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