Diskussion um leistungsgerechte Vergütung
Manager-Gehälter in der Kritik - Stock-Options bleiben umstritten

Nachdem der Mannesmann Vodafone-Deal in trockenen Tüchern lag, war für den Vorstandsvorsitzenden des unterlegenen Konzerns Mannesmann Zahltag: Mit rund 60 Mill. DM wurde Klaus Esser der Abgang vergoldet. Robert Eaton, "Ex-Co-Vorstandschef" bei Daimler-Chrysler, hat nach seinem Ausscheiden einen Anspruch auf mindestens 24,4 Mill.$, die ehemalige Mattel-Chefin Jill Barad kassierte im Februar dieses Jahres eine Abfindung von 50 Mill.$.

Für einen Großteil der Öffentlichkeit belegen diese Beispiele ein ohnehin bereits gefasstes Urteil: Da werden Reiche noch reicher. Ob Managergehälter und Abfindungen angemessen sind, wird immer wieder heftig diskutiert. Dabei geht es insbesondere um die Vergütung mit Stock-Options. Eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie viel Manager verdienen dürfen, fällt selbst Experten schwer. Allerdings hat sich die Meinung durchgesetzt, dass Manager durchaus viel verdienen dürfen, Vergütungen allerdings erfolgsorientiert sein sollten.

Ein Instrument, Einkommen zu flexibilisieren, ist das am Aktienkurs orientierte Stock-Options-Modell. Das Management bekommt dabei einen Teil seiner Bezüge in Form von Optionen und damit die Möglichkeit, Aktien zu einem bestimmten Preis (Basiskurs) zu kaufen. Die Option darf nur ausgeübt werden, wenn der Kurs innerhalb eines bestimmten Zeitraums um einen vereinbarten Prozentsatz in Relation zum Basiskurs steigt. Dabei profitiert das Unternehmen vom höheren Börsenwert und das Management von der Wertsteigerung der Aktien.

Umstrittene Aktien-Optionspläne

Die derzeit praktizierten Modelle sehen allerdings eher nach Selbstbedienung aus: In der Regel genehmigen sich die Manager europäischer Großkonzerne noch ein Sahnehäubchen. In Deutschland zum Beispiel setzte Daimler-Chrysler sich mit einem neuen Aktienoptionsplan scharfer Kritik aus. Denn die Ausübung der Aktienoptionen wurde nicht an einen externen Maßstab - beispielsweise einen Aktienindex - gekoppelt. Sobald der Aktienkurs um 20% über einen jährlich festzulegenden Referenzkurs steigt, können die Manager ihre Optionen ausüben - ohne Rücksicht auf die allgemeine Börsenentwicklung.

In Frankreich sind Stock-Options seit Herbst vergangenen Jahres politischer Sprengstoff. Damals verkündete der Ölkonzern Totalfina die Übernahme des einst staatlichen Rivalen Elf. Dessen Boss Philippe Jaffré wurde mit einer Abfindung in die Wüste geschickt, deren Höhe nicht bekannt wurde. Die Presse sprach von 200 Mill. FF in Stock-Options - ein Missverständnis, denn Stock-Options waren ein Bestandteil von Jaffrés normalen Bezügen. Doch das Gerücht reichte aus, um die Linke auf die Barrikaden zu bringen. In Großbritannien stand die Barclays Bank im Kreuzfeuer, die einerseits Zweigstellen schloss, andererseits ihrem Chef bis zu 30 Mill. £ in Aktienoptionen spendierte.

Mitarbeit: Andrea Jocham, Andreas Bohne, Frank Matthias Drost.

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