Diskussion um Pressezentren
Fifa-Geld gibt WM-Organisationskomitee Sicherheit

Die Finanz-Zusage des Weltverbandes Fifa und die Klärung der Stadion-Frage haben die größten Sorgenfalten bei den Organisatoren der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zunächst geglättet.

dpa FRANKFURT/MAIN. "Das war ein Tag der großen Erleichterung und ein Meilenstein der besonderen Art", kommentierte Horst R. Schmidt die im kleinen Kreis durch Fifa-Präsident Joseph Blatter gegebene Zusicherung, Deutschland bei der Ausrichtung der 18. Titelkämpfe mit 172,5 Mill. Euro zu unterstützen. Zum Feiern war dem Vizepräsidenten des WM-Organisationskomitees (OK) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) jedoch kaum zumute, denn das Treffen in Frankfurt/Main hatte deutliche Spuren bei allen hinterlassen.

Jedem Beteiligten war klar, dass die Auswahl der 12 Spielorte aus 15 Bewerbern bei den Verlierern nicht auf Wohlwollen stoßen würde. Dass Bremen, Düsseldorf und Mönchengladbach auch nicht für die Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft zur Europameisterschaft 2004 berücksichtigt wurden, überraschte und wird weitere Kritik der Betroffenen hervorrufen. Den größten Gesprächsbedarf gibt es aber in der Frage, wo die 18 000 Journalisten in vier Jahren arbeiten sollen. Die Vergabe des Pressezentrums nach München wurde weder bei der Fifa noch im WM-OK einhellig gebilligt.

Clement: "Fortsetzung der Wettbewerbsverzerrung"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement kritisierte die Vergabe in die bayerische Metropole am Dienstag als Fortsetzung der Wettbewerbsverzerrung, die durch die jahrelange finanzielle Unterstützung der Kirch-Gruppe durch die bayerische Landesbank eingetreten sei.

"Es ist schwer nachzuvollziehen, dass das Medienzentrum am Rande des Geschehens sein wird." Ein Medienstandort im Westen sei dringend nötig, denn dort und im Norden würden die meisten WM-Spiele ausgetragen. "Ich wünsche, dass der DFB und die Fifa darüber noch einmal nachdenken." Dem Wunsch Clements wird wahrscheinlich entsprochen. Schon am Montag hatte es aus OK-Kreisen Signale dafür gegeben, dass dieses Thema noch lange nicht vom Tisch ist. Die Entscheidung dürfte daher nicht endgültig sein.

Relativ große Klarheit herrscht seit Montag im OK, wie die WM vom 10. Juni bis 9. Juli 2006 finanziert werden kann. Dank der von der Fifa avisierten Finanzspritze gibt es einen größeren Spielraum bei der Kalkulation des Etats, der laut Vizepräsident Wolfgang Niersbach zwischen 300 und 350 Mill. Euro betragen wird. Ursprünglich waren nur 200 Mill. Euro veranschlagt worden. "Gott sei Dank sind wir nun nicht mehr total abhängig vom DFB", sagte Schmidt erleichtert. Das OK wird seit seiner Gründung vom DFB finanziert.

Drei Säulender Finanzierung

Zu den drei Säulen der WM-Finanzierung gehören neben den Fifa - Geldern noch der Verkauf von 3,2 Mill. Eintrittskarten und die Vermarktung der sechs nationalen WM-Partner. Für die Fans stehen die Aussichten gut, dass sie nicht so tief in die Tasche greifen müssen wie in diesem Jahr bei der WM in Asien. In Japan und Südkorea kostet die billigste Karte 75 Euro, das teuerste Finalticket 934 Euro. "Wir können jetzt ein Angebot machen, dass in unsere Landschaft passt", versprach Schmidt moderate Ticketpreise für die 64 Spiele.

Weitere Einnahmen sollen die neue Oddset-WM-Wette und das Hospitality-Geschäft bescheren. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben wie schon bei den Olympischen Spielen 1972 und der Fußball-WM 1974 finanzielle Mittel aus Lotterien zugesagt. Der erwartete Erlös aus der Sportwette in Höhe von 130 Mill. Euro soll in die Talentförderung fließen und für das WM-Kulturprogramm verwendet werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Logen und Sponsoren-Paketen werden mit der Fifa geteilt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%