Diskussion um steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge für Fußballprofis
Unternehmer am Ball

Dortmunds Präsident Niebaum fordert, Profis wie Selbstständige zu behandeln. Doch Experten halten diesen Vorschlag für unrealistisch.

Die Diskussion um die steuerfreien Sonn- und Feiertagszuschläge für die Fußballprofis von Borussia Dortmund hat viel Aufregung hervorgerufen. Der öffentliche Protest zeigte bei Finanzminister Hans Eichel mittlerweile Wirkung. Künftig sollen steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge nur noch gewährt werden, wenn das Einkommen 100 000 Euro im Jahr nicht übersteigt.

Jetzt geht Dortmunds Präsident Gerd Niebaum in die Offensive. "Bundesliga-Profis sollten als Unternehmer behandelt werden und nicht als Arbeitnehmer", fordert der BVB-Boss. Wenn solch eine Regelung geschaffen würde, so Niebaum weiter, erübrige sich die Diskussion um steuerfreie Zuschläge - für Unternehmer gibt es nämlich solche Vergünstigungen nicht.

Das jährliche Lohnsteueraufkommen der Bundesligavereine beziffert Bayer Leverkusens Manager, Reiner Calmund, auf 500 Millionen Euro. Er unterstützt die Forderungen des Borussia-Präsidenten, dass Fußballprofis künftig als Unternehmer auf dem Platz stehen.

Kritik erntet Calmund allerdings auch aus den eigenen Reihen. "Ich halte diese Debatte um den Status von Berufsfußball-Spielern für theoretisch. Wir sind Arbeitnehmer im klassischen Sinne", sagt Carsten Ramelow, der Profi bei Bayer Leverkusen und Vizepräsident der Spielergewerkschaft VdV ist. Dabei verweist der Bayer-Kapitän darauf, dass seine Kollegen von der Arbeitskleidung bis hin zur Zeiteinteilung weisungsgebunden sind. "Das ist nicht mit unternehmerischer Freiheit zu vereinbaren", stellt Ramelow fest.

Genauso denkt auch Thomas Hüser. "Solche Ideen sind illusorisch", sagt der VdV-Geschäftsführer. Die Vereine verfolgten mit solchen Forderungen nur das Ziel, ihr unternehmerisches Risiko zu minimieren und auf die Spieler abzuwälzen.

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