Displaytechnik
Räumliches Fernsehen ohne Brille

Eine neuartige Technik, die Fraunhofer-Forscher entwickelt haben, soll räumliches Fernsehen ohne Spezial-Brille ermöglichen. Das so genannte autostereoskopische Display wird auf der Hannover Messe präsentiert.

hiz/hon DÜSSELDORF. Die Herausforderung bei 3-D-Darstellungen besteht darin, jedem Auge ein eigenes Bild zu zeigen. In den klassischen Versuchen mit dreidimensionalem Fernsehen muss der Betrachter dazu eine Brille mit einem roten und einem grünen Glas tragen. Auf dem Bildschirm werden zwei Bilder überlagert - ein grünes und ein rotes. Durch die Farbfilter kann jedes Auge nur "sein" Bild sehen. Dadurch entsteht ein räumlicher Eindruck - allerdings nur in Schwarzweiß.

Einen anderen Weg gehen die Erfinder des autostereoskopisches Displays: Auf dem Bildschirm werden in schneller Folge verschiedene Ansichten des Objektes gezeigt. Ein Flüssigkristall-Display vor dem Bildschirm deckt synchron dazu Streifen des linken und des rechten Blickfeldes ab. Durch die hohe Geschwindigkeit, mit dem beide Prozesse ablaufen, verschmelzen die Bilder im Gehirn zu einem räumlichen Eindruck.

Da in dem System der Darmstädter Erfinder die Synchronisation zwischen den Streifen des Filterdisplays und der Teilbilddarstellung auf dem Monitor per Software gesteuert wird, sind keine komplexen feinmechanischen Bauteile und Linsensysteme notwendig. Dadurch könnte es gelingen, bei einer Serienfertigung die Kosten für die 3-D-Darstellung relativ niedrig zu halten. Zur Zeit existiert allerdings nur der Prototyp, der in Hannover ausgestellt wird. Mit Unterstützung der Fraunhofer für die Deutsche Forschung-Patentstelle PST wurde das Verfahren inzwischen in Deutschland patentiert und in den USA angemeldet.

Quelle: Handelsblatt

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