Disziplin an erster Stelle
Santini will Geschichte schreiben

In der Vergangenheit erfolgreich als Vereinscoach, in der Gegenwart noch erfolgreicher als Nationaltrainer. Der französische Coach gilt war als schwierig besticht aber gleichzeitig durch äußerste Fachkompetenz. Auch der Streit mit dem französischen Fußballverband läßt ihn seine sportlichen Ziele nicht aus den Augen verlieren.

PORTO. Der Mann ist eigenwillig bis zur Sturheit und will "sein Ding" durchziehen. Und das heißt: Europameister werden. Der französische Fußball-Nationaltrainer Jacques Santini kann bei der EM für ein Novum sorgen, denn noch nie konnte ein kontinentaler Champion seinen Titel verteidigen. Wenn er mit der "Equipe Tricolore" am 4. Juli in Lissabon das Ziel erreichen sollte, dann wird der 52-Jährige in die Annalen der französischen Fußball-Geschichte eingehen und auf eine Stufe mit den Titel-Trainern Michel Hidalgo (EM 1984), Aimé Jacquet (WM 1998) und Roger Lemerre (EM 2000) gestellt.

Statistisch gesehen ist der Nachfolger des bei der WM 2002 in Südkorea und Japan sieg- und torlos kläglich gescheiterten Lemerre zumindest in der Länderspiel-Bilanz schon jetzt der erfolgreichste Trainer Frankreichs. In 25 Begegnungen seit seinem Amtsantritt im Sommer 2002 gab es mit dem 0:2 gegen Tschechien am 12. Februar 2003 nur eine einzige Niederlage unter seiner Regie. Am Donnerstag stand in der zweiten Vorrunden-Begegnung gegen Kroatien in Leiria die 20. Partie nacheinander ohne Niederlage auf dem Spiel.

Umso verwunderlicher war es, dass die Verantwortlichen der Französischen Fußball-Föderation (FFF) den Erfolgscoach zappeln ließen und eine Vertragsverlängerung vom Erreichen des Viertelfinales in Portugal abhängig machen wollten. Sie hatten die Rechnung jedoch ohne den konsequenten Santini gemacht, der sich nicht auf der Nase herumtanzen ließ und zehn Tage vor EM-Start beim englischen Premier League-Club Tottenham Hotspur anheuerte.

Santini war nicht gerade Wunschkandidat der FFF-Führung unter dem Verbandschef Claude Simonet und dem Technischen Direktor Jaquet, die eigentlich ihre Linie durchziehen wollten, Nationaltrainer aus dem Verbandsstab wie etwa U-21-Coach Raymond Domenech zu rekrutieren. Letztlich entscheidend war der Einfluss des Fußball-Idols Michel Platini, der seinen früheren Mittelfeld-Kumpel bei AS St. Etienne durchsetzte.

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