DIT verlässt sich auf Energiewerte
Wertentwicklungsanalyse der AS-Fonds

Eine konservative Anlagestrategie mit geringem Aktienanteil bewährt sich bei eingetrübtem Börsenklima. Dies spiegelt sich in einem Vergleich der speziellen Altersvorsorge-Fonds wider. Unter 44 ausgewerteten Fonds setzten sich DIT-Altersvorsorge 55plus und Activest ZukunftsVorsorge 3 (AS) an die Spitze.

HB/vwd FRANKFURT. Fondsmanager Roland Schmitt setzt im Aktienteil des DIT-Altersvorsorge 55plus auf Substanz. Daran will er auch künftig nichts ändern. "Wir sind und bleiben weiter defensiv", betont Schmitt vom DIT, der Fondsgesellschaft der Dresdner Bank.

Vorläufig wolle er die vergleichsweise starke Gewichtung von Energiewerten, wie Total Fina Elf, oder von Finanztiteln, wie Societe Generale und Allianz, beibehalten.

Diese Ausrichtung konnte den DIT-Fonds in den zwölf Monaten per Ende April zwar nicht in die Gewinnzone retten: Mit einem Wertverlust von 0,16 % gelang ihm dennoch der Sprung auf Platz eins unter 44 ausgewerteten AS-Fonds.

>>Tabelle: Europafonds für Standardwerte

In der Liste sind alle speziell für die Altersvorsorge aufgelegten Produkte zusammengefasst (Altersvorsorge-Sondervermögen, kurz AS-Fonds), und zwar unabhängig davon, ob sie stärker auf Aktien oder Anleihen ausgerichtet sind.

"In unserer AS-Fonds-Palette ist der 55plus am konservativsten ausgerichtet", erläutert Schmitt. Mit 40 % - die gesetzliche Höchstgrenze beträgt 75 % - habe der Fonds den niedrigsten Aktienanteil. Investiert werde hauptsächlich im Euroland-Raum. Deshalb habe der Anleger praktisch keine Währungsrisiken.

Das AS-Angebot des DIT folge dem "Lebenszyklen-Prinzip", skizziert der Fondmanager die Strategie seines Arbeitgebers. "Für Anleger ab dem 55. Lebensjahr halten wir einen weniger schwankenden Fonds für besonders wichtig", erklärt er. Weil die Zeit bis zur Rente nicht mehr lang sei, berge ein kursbeweglicher Fonds zu hohe Risiken.

Auf der Aktienseite konzentriert sich der DIT-Experte nach eigenen Angaben auf europäische Standardwerte. Auffallend ist, dass französische Aktien mit 30 % einen hohen Anteil am Fondsportfolio haben. Schmitts Erklärung: "Das liegt am hohen Gewicht einzelner französischer Unternehmen wie Total Fina Elf und Societe Generale sowie Vivendi, Banque Paribas oder Axa."

Im Anleihebereich des Fonds-Portfolios dominieren nach Schmitts Angaben Renten mit mittleren Laufzeiten. Abgerundet werde das Portfolio durch eine 15-%ige Immobilienquote. Diese werde repräsentiert durch den hauseigenen Grundwert-Fonds, einen offenen Immobilienfonds.

Thomas Staudinger ist verantwortlich für die Wertenwicklung des Activest ZukunftsVorsorge 3 (AS). Mit einer leichten Werteinbuße von 1,05 % belegt dieser nur 4 Mill. große Fonds Rang zwei im Konkurrenzvergleich. Auch Staudinger bevorzugt die Defensive. Allerdings liegt der Aktienanteil laut seiner Darstellung mit momentan 53 % deutlich höher als bei der DIT-Konkurrenz. Wie sein Kollege Schmitt mag der Experte von der Hypo-Vereinsbank-Tochter Activest europäische Börsenwerte am meisten, "weil wir unseren Anlegern ein nur geringes Fremdwährungsrisiko zumuten wollen".

In den nächsten sechs bis 12 Monaten gehe er von größeren Chancen an den Aktienmärkten aus. In jüngster Zeit habe er bei BMW Gewinne mitgenommen und im Gegenzug das Engagement bei Daimler-Chrysler aufgestockt. Die Aktien von Nokia seien genauso reduziert worden wie die der Deutschen Bank. Gekauft habe man stattdessen Anteile an der französischen Banque Paribas. Staudingers Begründung: "Das ist eine sehr gute Privatkundenbank, die nach der Fusion Kosteneinsparungen erzielen kann und dadurch Kurspotenzial hat."

In den USA baute der Fonds laut Staudinger das Engagement beim Versicherer American General aus und verkaufte die Aktien von Lucent. In Europa habe man das Engagement beim Pharmawert Aventis verringert, die Bestände an Vodafone-Aktien hingegen aufgestockt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben wir heute einen niedrigen Aktienanteil. Den bauen wir gerade wieder in Richtung 60 % aus", signalisiert Staudinger seinen verhaltenen Optimismus über den künftigen Börsentrend. Branchenspezifisch dominierten Energie-, Öl-, Konsumtitel und konjunktursensible Aktien. Die >>Tabelle enthält keine Fonds-Ratings. Da die Produkte erst seit kurzer Zeit angeboten werden, wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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