Dittmer enttäuscht und holt nur Silber
Birgit Fischer paddelt zum achten Gold

Jetzt ist die deutsche Kanutin Birgit Fischer eine lebende Legende. Sie hat im Kajak-Vierer ihre achte Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewonnen - eine kann sie am Smastag noch drauflegen.

HB ATHEN. Birgit Fischer riss das Paddel in die Höhe, Tomasz Wylenzek heulte auf dem Siegerpodest wie ein Schlosshund, Christian Gille widmete seinen Erfolg seinem verstorbenen Freund: Die deutschen Kanuten haben am Freitag in Schinias mit zwei Mal Gold und zwei Mal Silber einen unglaublichen Triumph gefeiert. Mit einem grandiosen Endspurt stürzte der Kajak-Vierer die favorisierten Ungarinnen und bescherte dem "Phänomen" Fischer ihre achte Goldmedaille seit 1980.

Eine noch größere Überraschung war der Olympiasieg des Canadier- Duos Christian Gille/Tomasz Wylenzek. Hingegen riss die fünf Jahre anhaltende Siegesserie von Andreas Dittmer. Der Neubrandenburger holte über 1000 m im Canadier-Einer ebenso Silber wie der großartig auftrumpfende Kajak-Vierer der Herren.

"Das ist der Wahnsinn. Erst war ich froh, dass ich überhaupt hier bin und jetzt das achte Gold. Ich kann es noch gar nicht realisieren", meinte Birgit Fischer überwältigt. Mit ihrer Leistungsstärke und unglaublichem Selbstbewusstsein riss sie die Frauen-Crew mit, die im Vorjahr ohne sie nur WM-5. geworden war. Fast 450 m lag das deutsche Boot hinter den Ungarinnen, doch auf den letzten Zentimetern donnerte das deutsche Gefährt um 19/100 Sekunden an den Favoritinnen vorbei.

"Ich habe nicht gewusst, wer gewonnen hat. Jetzt denke ich, ich träume", meinte die 19-jährige Carolin Leonhardt, die noch zwei Tage zuvor wegen einer Mandelentzündung nicht voll trainieren konnte. Die Potsdamerin Katrin Wagner erkämpfte im Erfolgsboot ihr drittes Gold, für Maike Nollen aus Berlin war es wie für "Caro" eine goldige Olympia-Premiere.

"Maike spuckte, Carolin hustete - am Start kam ich mir noch vor wie im Sanatorium. Da dachte ich, Gott, was habe ich da im Boot?", berichtete Birgit Fischer schmunzelnd. Mit ihrem historischen achten Olympiasieg nach über drei Jahren Wettkampfpause stieß sie in der Rangliste der erfolgreichsten Olympioniken der Welt auf den sechsten Rang vor und könnte am Samstag mit einem weiteren Erfolg im Zweier sogar auf Platz zwei hinter der russischen Turnerin Larissa Latynina (9/5/4) vorrücken. Dass sie mit 46 Jahren in Peking noch dabei ist, will sie nicht ausschließen: "Peking ist doch eine schöne Stadt."

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