Dittmer und Franzmann nicht in Top-Ten
Triathlon: Sensationeller Sieg für Österreich

Während die aus Australien stammende Österreicherin am Mittwoch überraschend Triathlon-Olympiasiegerin wurde und die erste Goldmedaille für Österreich in Athen gewann, begruben die beiden deutschen Starterinnen Anja Dittmer und Joelle Franzmann im Athener Nobel-Vorort Vouliagmeni ihre Medaillen-Hoffnungen am 18 % steilen Radanstieg. Anja Dittmer auf Rang elf und Joelle Franzmann als 16. verpassten selbst das Minimal-Ziel Top-Ten.

HB ATHEN. "Das ist kein Berg, das ist eine Wand", sagte die ausgepumpte Anja Dittmer im Ziel. Die Neubrandenburgerin gilt als exzellente Läuferin, konnte auf den letzten zehn Kilometern einen Rückstand von knapp drei Minuten aber nicht mehr wettmachen. Nach der 1,5-km-Schwimmrunde war sie noch mit 1:04 Minuten Rückstand gewechselt. Doch in der großen Rad-Verfolgergruppe, in der auch Joelle Franzmann steckte, fuhr jede für sich allein.

Auf 40 Kilometern ging es fünf Mal einen 18 % steilen Anstieg hinauf. "Davor hatte bei der Hitze jeder irgendwie Respekt", gab Dittmer zu, die am Ende 2:41,62 Minuten Rückstand auf die Siegerin hatte, aber nicht allzu enttäuscht war. "Ich bin Elfte bei Olympia. Darauf bin ich stolz", sagte die 28-Jährige. Dass ihr Vater und ihr Bruder als Zuschauer an der Strecke standen, schien sie eher zu lähmen als zu beflügeln. "Ich habe halt zwei Einsen", sagte sie sie mit Blick auf ihre Platzierung und die zu erwartende Goldmedaille von Andreas Dittmer im Canadier-Rennen am Freitag.

Selbst Franzmann, die sonst zu den Top-Fahrerinnen in der Triathlon-Szene gehört, ging auf der brutalen Radstrecke ein. "Ich hatte total schwere Beine, weiß der Teufel, warum", meinte die 25- Jährige (+ 3:34,88). Während sich die die beiden im Ziel zum besseren Abschneiden als in Sydney (18./21.) gratulierten, gab es Kritik von den Verantwortlichen. "Das ist ein mäßiges Ergebnis, da gibt es nichts zu beschönigen", sagte Bundestrainer Ralf Ebli, der beim Rennen der Männer am Donnerstag in Maik Petzold, Andreas Raelert und Sebastian Dehmer noch drei Eisen im Feuer hat. Verbandspräsident Klaus Müller-Ott fand noch klarere Worte: "Für mich ist das eine große Enttäuschung."

Im Lager der Österreicher war der Jubel hingegen groß. "Das war das Rennen meines Lebens, ein perfekter Tag", sagte Kate Allen, die nach dem Radkurs noch an Position 28 gelegen hatte, dann in 33:48 Minuten aber eine Wahnsinnszeit über zehn km rannte. 150 Meter vor dem Ziel überspurtete sie die schon nach dem Schwimmen führende Vize- Weltmeisterin Loretta Harrop aus Australien und zerriss nach 2:04:43,45 Stunden das Zielband.

Dass ihre Weltreise mit dem Olympiasieg im Triathlon enden würde, hätte die 1970 im australischen Geelong geborene Kate Allen nie geglaubt. Mit einem Rucksack hatte sie sich 1995 aufgemacht und beim Jobben in einer Bar in Kitzbühel ihren heutigen Mann kennen gelernt. Triathlon-Trainer Marcel Diechtler beobachtete die frühere Läuferin und Turnerin beim Schwimmen im Pool und überredete sie zum Triathlon. Es war ein Glücksfall. Nach ihrem Sieg beim Ironman in Klagenfurt im vergangenen Jahr, konzentrierte sich die seit 2002 für Österreich startende Allrounderin auf die Kurzstrecke, wurde Zweite beim Weltcup in Hamburg und landete nun den ganz großen Coup.

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