Dittmeyer räumt Fehler ein
Valensina unter dem Dach von Underberg

Das Schicksal der insolventen Rolf in Bremen ist einen Tag nach dem Verkauf der bekannten Saftmarke Valensina an eine Underberg-Tochter weiter ungewiss.

dpa BREMEN. Ein Verkauf des Areals im Bremer Freihafen mit den Produktionsanlagen ist noch nicht perfekt. Allerdings gebe es einen asiatischen Interessenten, sagte Rechtsanwalt Klaus Klöker vom Insolvenzverwalter Edgar Grönda am Dienstag. Dagegen ist Valensina dank Underberg gerettet: Alle Rechte hat die Underberg Sportfit Holding GmbH-Tochter & Co (Rheinberg/Nordrhein-Westfalen) gekauft. Firmengründer Rolf H. Dittmeyer sagte, er hoffe, das Sportfit "aus Valensina etwas macht".

Dittmeyer ist der "Vater" von Valensina. Er machte durch seine Fernsehspots als "Onkel Dittmeyer" die Marke ("Entweder frisch gepresst oder Valensina") in den 80er Jahren bundesweit bekannt. Zunächst an den amerikanischen Konzern Procter & Gamble verkauft, kaufte er die Traditionsmarke Ende 1998 zurück und baute in Bremen ein neues Werk. Das sei ein Fehler gewesen. "Man darf das nicht mit 77 Jahren machen, aber hinterher weiß man immer alles besser."

Er habe geglaubt, Valensina sei noch bekannt. "Aber ich musste die Marke erst wieder rentabel machen", sagte Dittmeyer. Dafür seien aber zwei Jahre zu kurz gewesen. Die Banken hatten im Sommer 2001 die Kreditlinien gekündigt. Nach Finanzschwierigkeiten musste das Unternehmen am 31. Juli 2001 Insolvenzantrag stellen. "Ich konnte mich nur abdrehen und verzweifelt sein", sagte Dittmeyer, der zurzeit in Spanien die Apfelsinenernte überwacht. Er besitzt mit 1000 Hektar nach eigenen Angaben die größte Orangenplantage in Europa.

Über Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart

Über den Kaufpreis für die Marke Valensina wollte der Insolvenzverwalter keine Angaben machen. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Sportfit-Gruppe sieht in dem Erwerb einen "wichtigen Meilenstein" zum Ausbau ihrer Markenstrategie. Das Unternehmen gehört zu 25 Prozent zum Spirituosenhersteller Underberg AG, 75 Prozent hält der Underberg-Vorstandsvorsitzende Wilfried Mocken.

In Bremen wird die Produktion nach Angaben des Insolvenzverwalters bis Ende des Jahres fortgesetzt. Bis dahin sollen auch die Verhandlungen zum Verkauf des Standortes an der Weser abgeschlossen sein. Von den ursprünglich 42 Mitarbeitern werden vom 1. Dezember an noch 25 beschäftigt sein.

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