Divdende von 37 Cent geplant
Vattenfall strebt deutlichen Gewinnzuwachs an

Der neue Stromkonzern Vattenfall Europe will sich nach der Fusion der Verbundunternehmen zunächst auf die Steigerung seiner Ertragsstärke konzentrieren. 2003 werde das Jahr der Konsolidierung, in dem der operative Gewinn nochmals deutlich erhöht werden solle, sagte Vorstandschef Klaus Rauscher am Mittwoch auf der ersten Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Berlin. Vom kommenden Jahr an seien Firmenübernahmen wieder ein mögliches Thema.

HB/dpa BERLIN. Der nach eigenen Angaben drittgrößte deutsche und fünftgrößte europäische Stromkonzern will sich "in absehbarer Zeit" nach Partnern in Europa umsehen. An einer Übernahme von Anteilen am ostdeutschen Gasversorger VNG und Regionalversorger EWE, die durch die Fusion von Eon und Ruhrgas frei werden, sei Vattenfall nicht mehr interessiert. Mit einer EWE-Minderheitsposition zu einem hohen Preis habe man sich nicht begnügen wollen. Für beide Firmen sei daher kein Angebot gemacht worden.

Die Vattenfall Europe AG war nach der Fusion der Stromkonzerne Veag, Bewag und HEW sowie des Braunkohleförderers Laubag Anfang Februar endgültig gestartet. Das Deutschland-Geschäft hatte dem schwedischen Mutterkonzern Vattenfall zu einem starken Gewinnplus verholfen. Von den mehr als 18 000 Arbeitsplätzen der Fusionspartner sollen nach früheren Plänen 14 500 langfristig gesichert sein.

Der Fusionsprozess habe viel Kraft gekostet. Dennoch sei das Betriebsergebnis 2002 besser ausgefallen als erwartet, sagte Rauscher. 2003 habe Rentabilität Vorrang vor Umsatz- und Mengenzielen. Im laufenden Jahr solle der operative Gewinn von 517 Millionen auf 570 Millionen Euro erhöht werden. 2004 sei von einer weiteren Steigerung auszugehen.

Im Konzern wurde für 2002 bei einem Umsatz von 8,86 Mrd. Euro ein Gewinn von 191 Mill. Euro ausgewiesen. Hier haben Sonderbelastungen in Höhe von rund 600 Mill. Euro zu Buche geschlagen. In der Holding Vattenfall Europe AG betrug der Überschuss 610 Mill. Euro. Davon wird die Hälfte in die Gewinnrücklagen gestellt. An die Aktionäre soll eine unveränderte Dividende von 0,37 Euro je Stückaktie ausgeschüttet werden.

Nach Abschluss der Fusion beträgt der Streubesitz knapp zehn Prozent. Mit Blick auf ein Herausdränegen der verbliebenen Kleinaktionäre (Squeeze out) sagte Rauscher, der schwedische Haupteigner müsse "immer mal wieder die Frage stellen, ob er mit der derzeitigen Aktionärsstruktur glücklich ist". Derzeit gebe es aber keine konkreten Planungen.

Für die kommenden Jahre sieht sich Vattenfall Europe gut gerüstet. Das Unternehmen habe den modernsten Kraftwerkspark und verfüge mit der Braunkohle über einen "krisenfesten und subventionsfreien Brennstoff". Andere Konzerne müssten bis 2020 Ersatzinvestitionen in Milliardenhöhe tätigen. "Und wenn in den nächsten zehn Jahren andere hohe Abschreibungen verkraften müssen, werden wir mit weitgehend abgeschriebenen Anlagen am Markt sein."

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