Dividende fällt aus
Finanzgruppe W&W mit hohen Verlusten

Die Finanzgruppe Wüstenrot & Württembergische (W&W) wird voraussichtlich das laufende Jahr mit einem Verlust von 93 Mill. Euro abschließen. Deswegen wird der börsennotierte Stuttgarter Konzern nach eigenen Angaben die Dividende ausfallen lassen.

brb STUTTGART. Vorstandssprecher Gert Haller nannte für das schlechte Ergebnis drei Ursachen: Die britische Tochter W& W UK, die im Rückversicherungsgeschäft tätig ist, muss für die Terroranschläge in New York mit 41 Mill. Euro aufkommen. Weitere Verlustquellen seien der Aktienmarkt sowie Altlasten im Versicherungsbereich.

Haller bezeichnet den hohen Verlust als einmalig. "Wir sind vollständig überzeugt, 2002 wieder an das Ergebnis 2000 anzuschließen", sagte er. Der Konzern, der aus der Fusion der Bausparkasse Wüstenrot und dem Versicherer Württ AG vor zwei Jahren entstanden ist, hatte im vergangenen Jahr einen Gewinn nach Steuern von 87 Mill. Euro erzielt.

Für Analysten ist der hohe Schaden aus dem Rückversicherungsgeschäft des W&W-Konzerns ungewöhnlich. "Kein anderer unabhängiger und auf Deutschland konzentrierter Versicherer hat einen solchen Schaden aus den Terroranschlägen vom 11. September zu verbuchen", sagt Volker Kudszus von der WestLB.

Haller hat jetzt das große Aufräumen begonnen. Die britische Rückversicherungstochter soll künftig vorsichtiger arbeiten und sich nur noch mit kleineren Beträgen an Risiken beteiligen. Die Beitragseinnahmen von 170 Mill. Pfund in diesem Jahr sollen 2002 auf 104 Mill. Pfund sinken. Unter das Stichwort, Bereinigung von Altlasten, zählt auch der Verkauf der Verlust bringenden britischen Versicherungstochter Folgate Insurance Company an Towergate. Da der Verkaufspreis weit unter dem Buchwert liegt, entsteht ein Verlust von 30 Mill. Euro.

Zu den Altlasten gehört weiter der Transport- und Industrieversicherer Wüba, der mit rund 20 Mill. Euro das Konzernergebnis belastet. Die Heilbronner Wüba werde noch bis weit in das Jahr 2002 rote Zahlen schreiben. Einen Verkauf der Tochter schließt Haller nicht aus. Die Aktienflaute hat zudem zu einer Wertberichtigung von 30 Mill. Euro geführt.

Zufrieden zeigt sich Haller mit dem Neugeschäft in den Sparten Bausparen und Baufinanzierungen sowie den Investmentprodukten. Die Bausparkasse habe ihren Gewinn gesteigert. Zahlen dazu werden im Januar vorgelegt. Im nächsten Jahr wird der W&W-Konzern einige Beteiligungen steuerfrei verkaufen. Aus dem Erlös des Anteils an der Baden Bank AG-Württembergischen von 25 % wird dem Konzern ein Erlös - nach Abzug des Buchwertes - von 300 Mill. Euro zufließen, sagt Vorstand Hans-Peter Kappes gegenüber dem Handelsblatt. Das allein sichere die Rückkehr in die Gewinnzone.

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