Dividende für 2002 fällt aus
Finanzloch der WestLB wird immer größer

Deutschlands fünftgrößte Bank WestLB wird für das Geschäftsjahr 2002 wohl einen noch höheren Milliarden-Verlust ausweisen als bislang angekündigt. Der Konzern muss laut einem Pressebericht eine weitere Wertberichtigung in Höhe von 400 bis 500 Millionen Euro verkraften.

HB/dpa DÜSSELDORF. Im Februar hatte der Konzern den Fehlbetrag vor Ertragsteuern auf 1,02 Milliarden Euro beziffert. Es sei aber ein Puffer von 300 Millionen Euro für Risiken vorhanden.

Zu diesem Pressebericht wollte sich ein Sprecher der WestLB AG nicht näher äußern. "Zu einzelnen Engagements nehmen wir grundsätzlich keine Stellung", hieß es. Die Bank werde in ihrem Jahresabschluss 2002 erkennbaren Risiken Rechnung tragen, unterstrich der WestLB-Sprecher.

Die WestLB war 2002 wegen Abschreibungen auf Beteiligungen und einer milliardenschweren Risikovorsorge für Kredite tief in die Verlustzone gerutscht. Bei der Kredit-Risikovorsorge hätten sich Betrugsfälle in den USA - wie bei Enron und Worldcom - ausgewirkt. Mehr als ein Drittel der Kredit-Risikovorsorge entfalle auf Betrugsfälle und Bilanzmanipulationen. Das operative Ergebnis sei mit einem Rückgang von 3,75 Prozent auf 720 Mill. Euro im vergangenen Jahr aber fast auf Vorjahresniveau geblieben, obwohl Umbaukosten bei der Aufspaltung der alten WestLB in Landesbank NRW und WestLB AG zu Buche schlugen.

Die WestLB AG will für 2002 keine Dividende zahlen. In der Konzerngeschichte fiel die Dividende zuletzt vor fast 20 Jahren aus. Im vergangenen Jahr hatte die WestLB für das Geschäftsjahr 2001 noch 70,9 Mill. Euro ausgeschüttet. Anteilseigner der WestLB AG sind über die Landesbank NRW das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 43,2 Prozent, die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen mit je 16,7 Prozent sowie die kommunalen Landschaftsverbände mit 11,7 Prozent. Allein in die Landeskasse flossen für 2001 gut 30 Mill. Euro.

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