Dividende für 2002 soll ausfallen: Gildemeister rutscht in die Verlustzone

Dividende für 2002 soll ausfallen
Gildemeister rutscht in die Verlustzone

Der Bielefelder Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister hat im vergangenen Jahr einen Verlust verbucht, plant aber 2003 wieder Gewinne.

Reuters BIELEFELD. Die Ertragslage des Konzerns sei im Vorjahr durch erhöhte Anlaufkosten für Neuentwicklungen sowie durch verstärkten Preisdruck belastet worden, teilte der im MDax notierte Konzern am Donnerstag mit. "Betrachtet man aber den Branchenverlauf (minus zehn Prozent) sind wir noch glimpflich davon gekommen", sagte Vorstandschef Rüdiger Kapitza im Gespräch mit Reuters. Gildemeister habe ein komfortables Auftragspolster und könne daher für 2003 zuversichtlich sein, in die Gewinnzone zurückzukehren. Für einen genaue Ergebnisprognose sei es aber noch zu früh, so Kapitza.

Die Pläne zur Bündelung von Teilen des Werkzeugmaschinenbaus von Gildemeister und ThyssenKrupp sind nach den Worten des Vorstandschefs "vom Tisch". Die Unternehmen wollten jedoch im ersten Halbjahr verschiedene Kooperationen vereinbaren.

Bei der geplanten Neueinteilung der Börsenindizes hofft Kapitza, dass Gildemeister in den MDax aufgenommen wird. "Doch es wird knapp". Derzeit liegt Gildemeister bezogen auf die Marktkapitalisierung auf Platz 60 und auf Platz 45 beim Börsenumsatz. Der neu zugeschnittene MDax wird ab dem 24. März nur noch 50 statt bislang 70 Unternehmen umfassen.

Bei einem Umsatz von 1,03 (Vorjahr 1,15) Milliarden Euro sei 2002 nach Steuern ein Verlust von 18,8 Millionen Euro angefallen. 2001 hatte der Konzern einen Gewinn von 25,7 Millionen Euro verbucht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach nach den Angaben auf 17,2 (78,1) Millionen Euro ein. Der Auftragseingang sank auf knapp eine (1,1) Milliarde Euro.

Wie bereits angekündigt soll die Dividende für 2002 ausfallen. 2001 hatten die Aktionäre 0,60 Euro je Aktie erhalten. Vorstandschef Kapitza wollte sich nicht dazu äußern, ob 2003 die Dividendenzahlung wieder aufgenommen wird.

Für 2003 kündigte Gildemeister die Rückkehr in die Gewinnzone an, doch sei im ersten Quartal noch mit einem geringen Verlust zu rechnen. Angesichts eines Auftragsbestandes von knapp 330 (381) Millionen Euro und vielversprechender Neuentwicklungen sei man aber zuversichtlich, den Jahresplan zu erfüllen. Aus heutiger Sicht würden Umsatz und Auftragseingang die Grenze von einer Milliarde Euro überschreiten.

Für dann Fall, dass sich die Geschäftsentwicklung etwa bei einem Krieg im Irak verschlechtere, schloss Kapitza betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Im vergangenen Jahr habe der Konzern noch sozialverträglich die Zahl der Mitarbeiter auf rund 4800 (5030) reduzieren können.

Die Pläne zur Bündelung von Teilen des Werkzeugmaschinenbaus mit ThyssenKrupp sind nach Angaben Kapitzas "vom Tisch". Die Unternehmen wollten jedoch auf verschiedenen Gebieten Kooperationen vereinbaren. "Noch im ersten Halbjahr wird Gildemeister mit ThyssenKrupp eine Kooperation für das Geschäft in den USA eingehen", sagte Kapitza. Des weiteren sei eine Zusammenarbeit beim Einkauf für Werkzeugmaschinenkomponenten geplant. Dies seien aber nur zwei Beispiele für eine Vielzahl von Konzepten. Mit den diversen Maßnahmen wollen die beiden Konzerne nach Angaben Kapitzas jeweils "einige Millionen Euro" sparen. Die Aktie lag am Mittag mit 3,90 Euro knapp fünf Prozent im Minus.

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