Dividende soll erhöht werden
Altana bleibt auf Kurs

Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat im dritten Quartal operativ deutlich mehr verdient und seine ehrgeizigen Geschäftsziele für das Gesamtjahr 2002 trotz eines schwierigen Branchenumfelds bekräftigt.

Reuters BAD HOMBURG. "Wir bleiben auf unserem Weg zweistelliger Zuwachsraten bei Umsatz und operativem Ergebnis", erklärte Konzernchef Nikolaus Schweickart am Mittwoch in Bad Homburg. An dem erwarteten kräftigen Gewinnplus in diesem Jahr sollen auch die Aktionäre teilhaben, denen der Konzern eine "deutlich zweistellige" Erhöhung der Dividende in Aussicht stellte. Im dritten Quartal erwirtschaftete Altana angekurbelt von hohen Erlösen mit seinem Magenmittel "Pantoprazol" einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 145 Millionen Euro, ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Analysten hatten nach einer Reuters-Umfrage im Durchschnitt mit 139,7 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz stieg zugleich nach Altana-Angaben um 13 Prozent auf 682 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis legte binnen Jahresfrist neun Prozent auf 141 Millionen zu. Altana erwarte nun für dieses Jahr ein Umsatzplus von rund zwölf Prozent, hieß es. Der Betriebsgewinn (Ebit) soll rund 18 Prozent zulegen. Die Prognose gelte trotz eines schwierigen Branchenumfelds, einer unsicheren Entwicklung der Wechselkurse sowie steigender Kosten für Forschung und Entwicklung.

Zudem kündigte Altana für das vierte Quartal höhere Aufwendungen für den Ausbau des Pharmageschäfts in den USA an. Altana-Chef Schweickart hatte dem Konzern in den vergangenen Jahren eine Internationalisierungsstrategie auferlegt, die vor allem den weltgrößten Pharmamarkt USA im Blick hat.

Mit dem verkaufsstarken Magenmittel Pantoprazol verzeichnete der Konzern einschließlich aller Vertriebspartner in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro was einem Zuwachs von fast 50 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Beim Eigenumsatz mit dem Medikament standen Erlöse von 0,7 Milliarden Euro zu Buche. Für das Gesamtjahr bekräftigte Altana frühere Prognosen, wonach einschließlich aller Vertriebspartner ein Umsatz von 1,9 Milliarden Euro erreicht werden soll.

Ferner hieß es, mit der japanischen Tanabe Seiyaku werde in wenigen Tagen eine Kooperationsvereinbarung zu dem Atemwegsmedikament Roflumilast unterzeichnet. Das in der Entwicklung befindliche Medikament ist einer der Hoffnungsträger der Altana-Pharmasparte. Mit dem Mittel sollen jährlich einmal Spitzenumsätze von einer Milliarde Euro erwirtschaftet werden.

Trotz der eher trüben Chemiekonjunktur erwartet Altana in seiner Chemiesparte für das Gesamtjahr einen prozentual einstelligen Umsatzzuwachs. Dabei solle das Ergebnis sogar noch stärker steigen. Nach den ersten drei Quartalen lag bei der Chemie die Umsatzrendite bei 14,2 Prozent, die operative Gewinnmarge (Ebitda) betrug 20,3 Prozent.

Nach Einschätzung von Analysten lagen die vorgelegten Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen. "Bei den Quartalszahlen hat es keine großen Überraschungen gegeben", sagte Andreas Theissen von der WestLB Panmure in einer ersten Einschätzung. Allerdings sei Altana bei der Präzisierung des Ausblicks für das Gesamtjahr 2002 etwas unter seinen Prognosen geblieben. Andreas Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz bezeichnete das Altana-Resultat in den ersten neun Monaten bei Umsatz und Ebit als "erfreulichen Anstieg". Zu den Prognosen für das Gesamtjahr erklärte er: "Dieses Ziel kann Altana locker erreichen."

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