Dividende steigt
Altlasten treiben Roche tief ins Minus

Der Schweizer Pharmakonzern hat einen Milliardenverlust erwirtschaftet. Grund sind unter anderem Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA.

dpa BASEL. Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat 2002 eine Reihe von Altlasten aufgearbeitet und ist dadurch tief in die roten Zahlen gerutscht. Sonderfaktoren wie Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA führten zu einem Konzernverlust von vier Mrd. Schweizer Franken (2,76 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in Basel berichtete. 2001 hatte Roche noch einen Gewinn von 3,7 Mrd. Franken ausgewiesen. Im laufenden Jahr erwartet Roche in seinen beiden Sparten Pharma und Diagnostika jeweils ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ertrag. Die Dividende soll für 2002 auf 1,45 (2001: 1,30) Franken erhöht werden.

Belastend wirkten sich nach Angaben des Unternehmens vor allem weitere Rückstellungen für die Beilegung des Streits um illegale Preisabsprachen bei Vitaminen in den USA aus. Außerdem korrigierte das Unternehmen den Wert seines Aktien-Portfolios nach unten. Auch erzielte Roche beim Verkauf seiner Vitaminsparte geringere Einnahmen als veranschlagt. "Das war schmerzhaft, aber notwendig", kommentierte Roche-Chef Franz Humer die Korrekturen. Er erteilte einer Fusion mit dem Konkurrenten Novartis, der 32,7 % der stimmberechtigten Roche-Aktien besitzt, erneut eine klare Absage.

Roche habe weiterhin "eine starke Bilanz und genügend liquide Mittel", betonte Humer. Der Konzern werde sich künftig voll auf die zwei Sparten Pharma und Diagnostika konzentrieren. Bereinigt um Sonderaufwendungen und-erträge sei ein Konzerngewinn von 3,8 Mrd. Franken erwirtschaftet worden, 17 % weniger als 2001.

Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 29,7 Mrd. Franken. In lokalen Währungen erhöhten sich die Erlöse um acht Prozent. Der Bereich Pharma wuchs um neun Prozent auf 19,3 Mrd. Franken. Besonders erfolgreich hätten sich die Krebspräparate entwickelt, die bereits rund ein Drittel des gesamten Pharmaumsatzes ausmachten. Die Sparte Diagnostika verbuchte ein Plus von elf Prozent und erreichte 7,2 Mrd. Franken Umsatz. Roche beschäftigte Ende 2002 weltweit rund 62 000 Menschen.

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