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DIW empfiehlt drastische EZB-Leitzinssenkung

Reuters BERLIN. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) empfiehlt zur Überwindung der Konjunkturschwäche eine drastische Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die vorübergehende Hinnahme höherer Haushaltsdefizite im Euro-Raum. Das DIW legte am Dienstag ein Vier-Punkte-Programm vor, das unter anderem eine rasche Senkung der Euro-Leitzinsen auf 2,5 % von derzeit 4,5 % vorsieht. Das wäre dann ein Zinsniveau wie nach der Asienkrise 1999 und läge um 1,5 % über der in der jüngsten DIW-Konjunkturprognose unterstellten Zahl.

Zudem sollten die Euro-Länder konjunkturbedingt höhere Defizite in ihren Haushalten zulassen, was nicht zwangsläufig ein Abrücken von den langfristigen Budgetausgleichszielen bedeute, empfahl das DIW. Ein starres Festhalten an den Defizitzielen würde hingegen eine Rezession heraufbeschwören.

Darüber hinaus forderte das DIW längerfristig orientierte Lohnabkommen, die sich an der Produktivitätsentwicklung ausrichten sollten. Das würde im Euro-Raum Lohnerhöhungen von gut drei Prozent zulassen. Die deutsche Lohnpolitik müsse hier den Vorreiter für die Euro-Länder spielen.

Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass der EZB-Leitzins zum Ende des Jahres bei etwa vier Prozent liegen könnte. Das DIW rechnet im Sommer dieses Jahres bereits mit einer Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt.

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