Archiv
DIW: Wissen der Verbraucher über Finanzprodukte geringDPA-Datum: 2004-07-21 17:05:22

(dpa-AFX) Frankfurt - Das Wissen der Verbraucher über Finanzprodukte ist laut einem Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gering. Es zeige sich, dass es in Deutschland um die "Financial Literacy" (Finanz-Bildung) bislang nicht zum Besten gestellt ist, heißt es in am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht des DIW. Nicht einmal die Hälfte der 30 bis 50-Jährigen schätze die Sicherheit verschiedener Anlageformen richtig ein. Die politische, angestrebte Verlagerung der Risikoabsicherung in den privaten Bereich sei unter den derzeitigen Voraussetzungen fraglich. Das DIW beruft sich dabei auf eine Telefonumfrage der Bertelsmannstiftung.

(dpa-AFX) Frankfurt - Das Wissen der Verbraucher über Finanzprodukte ist laut einem Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gering. Es zeige sich, dass es in Deutschland um die "Financial Literacy" (Finanz-Bildung) bislang nicht zum Besten gestellt ist, heißt es in am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht des DIW. Nicht einmal die Hälfte der 30 bis 50-Jährigen schätze die Sicherheit verschiedener Anlageformen richtig ein. Die politische, angestrebte Verlagerung der Risikoabsicherung in den privaten Bereich sei unter den derzeitigen Voraussetzungen fraglich. Das DIW beruft sich dabei auf eine Telefonumfrage der Bertelsmannstiftung.

Besonders bedenklich seien die Einschätzungen zur Sicherheit gegen Wertverlust, heißt es in dem Bericht. So schreiben 27 Prozent der Befragten Aktien eine hohe Sicherheit gegen Wertverlust zu. Dies sei umso bemerkenswerter da der DAX < DAX.ETR > in den beiden Jahren vor der Umfrage die Hälfte seines Wertes verloren und nach einer kurzen Zwischenerholung noch Kursverluste zu verzeichnen hatte. "Hier wird offensichtlich die langfristige mögliche Rendite von Aktien mit kurzfristiger Sicherheit verwechselt." Aktien als die Anlageform mit dem langfristig höchsten Wertzuwachs werden von lediglich knapp der Hälfte der Befragten genannt.

Hohe Kündigungskosten BEI Kapitallebensversicherungen Unbekannt

Ein Drittel der Befragten wisse nicht, dass die Kündigungskosten von Kapitallebensversicherungen in den ersten Jahren nach Vertragsabschluss die höchsten von allen Anlageprodukten sind. Im unteren Einkommensbereich - in dem Stornierungen besonders häufig vorkommen - wissen sogar knapp 40 Prozent nicht, dass bei Kündigungen von Kapitallebensversicherungen die höchsten Kosten entstehen.

Durch die allgemein vorherrschende Unsicherheit und Widerwillen gegen Finanzprodukte bestehe die Gefahr, dass sich die Verbraucher ohne kritische Überprüfung den Empfehlungen der Fachleute von Versicherungen, Banken und Fondsgesellschaften anschließen. Zudem sei in der Bevölkerung eine Tendenz zur Verzögerung des Abschlusses von Vorsorgeverträgen festzustellen.

Das DIW fordert daher Bildungsmaßnahmen, die dafür sorgen, dass die Bürger angemessen auf die erforderlichen finanziellen Entscheidungen vorbereitet werden. Dies entspreche auch dem Wunsch einer Mehrheit der Bevölkerung. Zudem sei eine erhöhte Transparenz und Vergleichbarkeit von Finanzprodukten von Nöten. "Hier ist es Aufgabe der Verbraucherschutzpolitik, die Anbieter gegebenfalls zu mehr Transparenz zu zwingen", schreibt das DIW.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%