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Djerba-Terror-Opfer erhält kein Schmerzensgeld

Für seine schweren Verletzungen bei dem Terroranschlag von Djerba bekommt ein sechsjähriger Junge kein Schmerzensgeld vom weltgrößten Tourismuskonzern Tui. Das Landgericht Hannover wies am Mittwoch die Klage des kleinen Adrian Esper aus Bergkamen (Nordrhein-Westfalen) ab.

dpa HANNOVER. Für seine schweren Verletzungen bei dem Terroranschlag von Djerba bekommt ein sechsjähriger Junge kein Schmerzensgeld vom weltgrößten Tourismuskonzern Tui. Das Landgericht Hannover wies am Mittwoch die Klage des kleinen Adrian Esper aus Bergkamen (Nordrhein-Westfalen) ab.

"Das seit dem 11. September 2001 erhöhte Risiko hat sich verwirklicht, als westlicher Tourist Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden", sagte die Vorsitzende Richterin Britta Knüllig-Dingeldey. Die Tui-Tochter 1-2-Fly als Reiseveranstalter habe ihre Pflichten nicht verletzt. Tui begrüßte das Urteil. Adrians Vater kündigte an, in die nächste Instanz zu gehen. Adrian hatte am 11. April 2002 mit seinen Eltern bei einem Ausflug die Synagoge La Ghriba besucht. Vor dem Gebäude ließen Terroristen einen Tankwagen explodieren. 22 Menschen starben, Adrian erlitt schwerste Verbrennungen an 40 Prozent seiner Haut.

Die Espers hatten argumentiert, 1-2-Fly hätte vor möglichen Gefahren in Tunesien warnen müssen. Deshalb forderte die Familie für Adrian 100 000 Euro Schmerzensgeld und eine monatliche Rente.

Nach Ansicht der Richterin hätte der Reiseveranstalter nur dann gegen seine Aufklärungspflicht verstoßen, wenn er von einer verschärften Sicherheitslage in Tunesien gewusst hätte. Das habe Familie Esper aber nicht beweisen können. 1-2-Fly "konnte sich auf die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes verlassen", meinte Knüllig-Dingeldey. Dieses hatte einen Tag vor dem Anschlag lediglich vor Kleinkriminalität in Touristenhochburgen gewarnt.

"Die Entscheidung des Gerichts entspricht unseren Erwartungen", sagte Tui-Bereichsvorstand Volker Böttcher. Er kündigte zugleich an, als "humanitäre Geste" werde der Konzern über eine Tui-eigene Stiftung Ausbildungsversicherungen für alle vom Terroranschlag betroffenen Kinder abschließen. Den sieben Kindern - darunter Adrian Esper - komme dann zu Beginn ihrer Ausbildung eine insgesamt sechsstellige Versicherungssumme zu Gute.

Adrians Vater Michael Esper kündigte an, notfalls durch alle Instanzen zu gehen. "Es geht ja gar nicht ums Gewinnen oder Verlieren, es geht nur darum zu beweisen, dass Tui die Informationspflicht verletzt hat", sagte er.

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